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Justiz- und Europaminister gehen Rücktrittswelle im Macron-Lager geht weiter

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Bayrou und de Sarnez werden der neuen französischen Regierung nicht mehr angehören.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nur Tage nach dem Sieg bei der französischen Parlamentswahl erschüttert eine Rücktrittswelle wegen Betrugsermittlungen das Kabinett von Macron. Auch die Posten der Justiz- und Europaminister muss der Präsident neu besetzen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verliert zwei weitere Minister: Nach Verteidigungsministerin Sylvie Goulard gaben auch Justizminister François Bayrou und Europaministerin Marielle de Sarnez ihre Posten auf.

Bayrou erklärte, er werde der neuen Regierung nicht angehören. Gründe für seinen Rücktritt nannte er nicht. De Sarnez gibt ihren Posten nach Angaben aus Parteikreisen aus, um Fraktionschefin der Zentrumspartei MoDem in der Nationalversammlung zu werden. Goulard, Bayrou und de Sarnez waren die drei MoDem-Vertreter in Macrons Kabinett. Die Partei wird derzeit von einer Scheinbeschäftigungsaffäre erschüttert, am Dienstag trat deswegen bereits Verteidigungsministerin Goulard zurück. Bayrou nannte noch keine Einzelheiten, kündigte für den Nachmittag (17.00 Uhr) aber eine Pressekonferenz an. Regierungssprecher Christophe Castaner sagte, Bayrou trete aus persönlichen Gründen zurück.

Vorwürfe gegen Bayrou und Sarnez

Goulard, die erst seit rund einem Monat im Amt war, hatte ihren Rücktritt mit den Vorwürfen einer Scheinbeschäftigung im EU-Parlament gegen die MoDem begründet. Es besteht der Verdacht, dass die mit Macron verbündete Zentrumspartei Mitarbeiter von EU-Abgeordneten in Wirklichkeit für Parteiaufgaben einsetzte. Die französische Justiz hat deswegen Vorermittlungen eingeleitet. Der Name von Goulard, die für die MoDem jahrelang im EU-Parlament saß, war in der Affäre bislang nicht genannt worden. Gegen Bayrou und de Sarnez gab es allerdings Vorwürfe. Beide wiesen jegliches Fehlverhalten zurück.

Der sozialliberale Staatschef Macron hatte nach der Parlamentswahl vom Sonntag eine Regierungsumbildung eingeleitet, wie es in Frankreich üblich ist. Premierminister Edouard Philippe reichte am Montag seinen Rücktritt ein und wurde umgehend mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Die Regierungsumbildung fällt nun aber turbulenter und größer aus als erwartet.

Neben Goulard, Bayrou und de Sarnez scheidet auch der bisherige Minister für den territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, aus der Regierung aus. Er soll Fraktionschef der Präsidentenpartei La République en Marche in der Nationalversammlung werden. Macron will das neue Kabinett am Abend (18.00 Uhr) vorstellen.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP

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