Politik

Konservative Kreise unterwandert Russische Agentin kommt aus US-Haft frei

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Posiert gerne mit Schusswaffen: die russische Agentin Maria Butina.

(Foto: AP)

Durch die Beziehung mit einem US-Politikberater gelangt die Russin Maria Butina in hohe republikanische Kreise. Doch dann wird die 30-Jährige als Agentin enttarnt und verurteilt. Nach Absitzen ihrer Strafe wird sie nun aus dem Gefängnis entlassen.

Die in den USA wegen Agententätigkeit verurteilte Russin Maria Butina soll am Freitag aus dem Gefängnis entlassen werden. Nach Angaben ihres Anwalts will die 30-Jährige anschließend nach Russland zurückkehren.

Butina hatte im Dezember 2018 gestanden, als "Agentin" ihres Heimatlandes konservative Zirkel in den USA unterwandert zu haben. Sie bekannte sich vor einem Bundesgericht in Washington einer entsprechenden "Verschwörung" gegen die USA für schuldig. Butina räumte ein, zwischen 2015 bis zu ihrer Festnahme im Juli 2017 unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben. Dafür wurde sie im April zu 18 Monaten Haft verurteilt. Angerechnet wurde ihr die Zeit, die sie nach ihrer Festnahme im Juli 2018 in Haft gesessen hatte - deswegen kommt sie nun frei.

Butina ist die bislang einzige russische Staatsbürgerin, die aufgrund der weitverzweigten Ermittlungen zu verdeckter russischer Einflussnahme auf die US-Politik der vergangenen Jahre verurteilt wurde. Sie hatte in den USA Kontakte zu Politikern und Politikberatern sowie zu der mächtigen Waffenlobby NRA geknüpft. Laut Ermittlungen der Bundespolizei FBI wollte sie in den "nationalen Entscheidungsapparat der Vereinigten Staaten" eindringen.

Butina war im August 2016 mit einem Studentenvisum in die USA eingereist. In Washington lebte sie mit dem Politikberater Paul Erickson zusammen, welcher der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump angehört. Die junge Frau ist ein Schützling von Alexander Torschin, der Vizepräsident der russischen Zentralbank ist und Staatschef Wladimir Putin nahe steht. Mit Torschin war Butina viel in den USA unterwegs, vor allem bei der NRA.

Für Russland ist Butina eine "politische Gefangene"

Das NRA-Mitglied Erickson führte Butina in die republikanischen Kreise ein. In sozialen Medien kursierten zahlreiche Fotos der Russin mit einflussreichen Politikern. Anfang 2016 stand Erickson in engem Kontakt mit einem ranghohen Mitglied des Kampagnenteams von Trump, Rick Dearborn. Erickson bot sich damals an, Kontakte zwischen dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten und Russlands Präsident Wladimir Putin via Torschin zu arrangieren. Torschin war im Mai 2016 während der NRA-Jahresversammlung auch Gast bei einem Abendessen, an dem auch Trumps Sohn Donald Trump Jr. teilnahm.

Butina beteuerte stets, sie habe sich lediglich für bessere Beziehungen zwischen den USA und Russland einsetzen wollen. In einem Interview mit dem Sender NPR sprach sie von "ziviler Diplomatie": Sie liebe ihr Heimatland und die USA und wolle "Frieden schaffen".

Der Fall der jungen Russin erregte in den USA viel Aufmerksamkeit, auch wegen ihrer schillernden Erscheinung. Die rothaarige Frau posierte auf Fotos in den Online-Netzwerken mit Schnellfeuergewehren und anderem Schießgerät, auf manchen trug sie dazu einen Cowboyhut. In US-Medien wurden Parallelen zu Anna Chapman gezogen, der 2010 in den USA aufgeflogenen - und ebenfalls rothaarigen - russischen Spionin. Die russische Regierung bezeichnete Butina als "politische Gefangene" und forderte ihre Freilassung.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa