Politik

Bomben auf Militärlager in Idlib Russischer Luftangriff tötet 78 Rebellen

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Ein russischer Bomber über einer IS-Stellung bei Abu Kamal in Syrien.

(Foto: dpa)

Seit dem Frühjar 2019 führt die syrische Regierung eine Offensive auf die letzte Rebellenhochburg in der Provinz Idlib - mit Unterstützung aus dem Kreml. Bei einem Angriff russischer Kampfflugzeuge auf ein Militärlager sterben nun mehr als 70 Menschen. Und es könnten noch mehr werden.

Nach russischen Luftangriffen in Syrien sind mindestens 78 Rebellen der Miliz Failak al-Scham getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Rund 100 weitere seien verletzt worden, viele von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Die Zahl der Todesopfer werde vermutlich noch steigen. Ein Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront (NLF), der Failak al-Scham angehört, bestätigte die Bombardements.

Die Suche nach Verletzten laufe, hieß es. Am Himmel seien weiterhin russische Kampfflugzeuge zu sehen. Auch die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf militärische Quellen in der Opposition von einem Angriff russischer Kampfflugzeuge und sprach von "zahlreichen" Opfern. Die islamistische Miliz Failak al-Scham wurde 2014 gegründet und ist mit der Türkei verbündet.

Die Angriffe trafen ein Ausbildungslager der Miliz in der Nähe des syrischen Ortes Harim unweit der türkischen Grenze. Dort sollten in den kommenden Tagen rund 150 neue Kämpfer ihre Ausbildung abschließen.

Syrische Regierungstruppen hatten im Frühjahr 2019 mit russischer Unterstützung eine Offensive begonnen, um die letzte Rebellenhochburg Idlib und umliegende Gebiete zurückzuerobern. Seit Anfang 2019 wurden 1,4 Millionen Menschen durch die Kämpfe in Idlib vertrieben. Russland und der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad wurde mehrfach vorgeworfen, gezielt auch zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser anzugreifen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa