Politik

Provokation vor NATO-Votum Russischer Mi-17 verletzt finnischen Luftraum

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Der Militärhubschrauber Typ Mi-17 soll fünf Kilometer in finnisches Gebiet eingedrungen sein.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Finnland und Schweden entscheiden in wenigen Tagen über einen NATO-Beitritt. Für den Kreml wäre das ein strategisches Debakel. Zur brenzligen Lage passt eine auffällige Häufung von Grenzverletzungen: Gerade meldet Helsinki einen russischen Militärhubschrauber im eigenen Luftraum.

Inmitten der Diskussionen um einen NATO-Beitritt Finnlands hat ein russischer Militär-Hubschrauber den Luftraum des skandinavischen Landes verletzt. Der Hubschrauber des Typs Mi-17 sei ersten Erkenntnissen zufolge am Nachmittag vier bis fünf Kilometer in den Luftraum eingedrungen, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Helsinki. Bereits Anfang April war ein Transportflugzeug der russischen Armee kurz in den finnischen Luftraum eingedrungen. Finnland und Russland haben eine über 1300 Kilometer lange gemeinsame Grenze.

Finnland diskutiert - ebenso wie Schweden - derzeit, ob es der NATO beitreten will. Die öffentliche Meinung hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine deutlich gewandelt. Die Mehrheit der Bevölkerung und auch der Abgeordneten ist inzwischen für einen Beitritt zum westlichen Militärbündnis. Präsident Sauli Niinistö will seine Meinung offiziell am 12. Mai äußern. Russland hat beide Länder wiederholt vor dem Schritt gewarnt und als Reaktion eine nukleare Aufrüstung im Baltikum angekündigt. Erst vor wenigen Tagen hatte ein russisches Militärflugzeug kurzzeitig den schwedischen und dänischen Luftraum verletzt.

"Beitritt müsste so schnell wie möglich abgewickelt werden"

Ministerpräsidentin Sanna Marin sagte, dass im Falle eines Beitritts-Antrags - allein oder gemeinsam mit dem schwedischen Nachbarn - der Beitrittsprozess "so schnell wie möglich" abgewickelt werden müsse. Nach finnischen Medienberichten könnte die Entscheidung der Regierung bereits in wenigen Tagen fallen. In Schweden wird erwartet, dass die Regierung und das Parlament am 13. Mai ein Konzept zur Sicherheitspolitik vorlegen, in dem die Ansichten zur NATO-Mitgliedschaft enthalten sind.

Finnland und Schweden könnten in der Beitrittsfrage auf die volle Rückendeckung ihrer nordischen Partner zählen, bekräftigten die Regierungsspitzen von Dänemark, Norwegen und Island nach einem Mini-Gipfel in Kopenhagen. "Dies ist eure Entscheidung und eure Entscheidung allein", sagte die dänische Ministerpräsidentin und Gipfelgastgeberin Mette Frederiksen. "Aber seid versichert: Wenn ihr euch entscheidet, beizutreten, dann habt ihr die volle Unterstützung aus Dänemark." Man würde dies "aus vollem Herzen" unterstützen.

Ähnlich äußerte sich Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre, der ergänzte, dass man alles für einen zügigen und reibungslosen Beitrittsprozess tun werde. Auch Islands Regierungschefin Katrín Jakobsdóttir sagte: "Wir unterstützen Finnland und Schweden in der Entscheidung, die sie treffen werden."

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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