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Wird Sowjet-Stützpunkt reaktiviert? Russland denkt über Basis auf Kuba nach

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Die Aufnahme zeigt den russischen Stützpunkt in Lourdes im Jahr 2000. Ein Jahr später zog die Armee ab.

(Foto: REUTERS)

1962 steht die Welt vor einem Atomkrieg. An der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba droht aus dem Kalten Krieg ein Heißer zu werden. Fast 55 Jahre später denkt Moskau einem Bericht zufolge darüber nach, die Stützpunkte von einst wieder zu beziehen.

Das russische Verteidigungsministerium prüft Medienberichten zufolge die Möglichkeit, auf Kuba einen Militärstützpunkt zu eröffnen. Wie die russischen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Novosti berichten, habe der stellvertretende Verteidigungsminister Nikolai Pankov die Option vor Vertretern der Duma ins Spiel gebracht, die ehemaligen Stützpunkte aus Sowjetzeiten wieder zu aktivieren.

"Ja, wir arbeiten daran und wir haben das Problem erkannt", antwortete Pankov Tass zufolge auf die Frage, ob Russland plane, ehemalige Stützpunkte wiederzubeleben. Dabei ginge es nicht nur um die Basis Lourdes, rund 150 Kilometer vom US-Territorium entfernt, sondern auch um einen oder mehrere Stützpunkte in Vietnam.

Zuvor hatte der russische Verteidigungsminister bereits gefordert, das Land solle Stützpunkte in Kirgistan, Tadschikistan und Armenien aufbauen. Der stellvertretende Vorsitzende des Komitees für internationale Beziehungen im russischen Parlament, Alexei Chepa, forderte Tass zufolge, Russland solle seine ehemaligen Sowjet-Basen in Afrika, Lateinamerika und Südostasien wieder aktivieren. "Es ist notwendig, dass wir über die Möglichkeit nachdenken, in anderen Erdteilen präsent zu sein. Ich glaube, das stimmt mit den nationalen Interessen Russlands überein", so Chepa laut Tass.

Die Basis in Lourdes auf Kuba wurde 1962 von der Sowjetunion aufgebaut und diente als Spionagestützpunkt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges arbeiteten über 1500 Spione und Techniker in Lourdes. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die 73 Quadratkilometer große Basis im Jahr 2001 aufgegeben.

Quelle: n-tv.de, bdk

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