Politik

Treibstoffkrise nach AngriffenRussland setzt Tourismus auf der Krim bis September aus

22.06.2026, 15:03 Uhr
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Privatpersonen können derzeit auf der Krim keinen Treibstoff kaufen. (Foto: picture alliance / TASS)

Die ukrainischen Attacken auf russische Versorgungswege verhageln der von Moskau besetzten Krim die Tourismus-Saison. Treibstoff ist rar, die Lage zu unsicher. Der Gouverneur der Halbinsel löst alle Ferienlager auf und setzt den Tourismus komplett aus.

Die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben wegen ukrainischer Angriffe auf Versorgungswege und einer schweren Treibstoffkrise alle Ferienlager geschlossen sowie den Tourismus ausgesetzt. Gouverneur Sergej Aksjonow begründete die Schließung der Ferienlager und die Unterbrechung des Tourismus bis zum 1. September auf Telegram mit der öffentlichen Sicherheit.

Seit Sonntag haben die Tankstellen auf der Krim den Verkauf von Benzin und Diesel an Privatpersonen und Unternehmen komplett eingestellt. Die Regierung in Moskau erklärte, man bemühe sich intensiv, die Auswirkungen der gestörten Treibstofflieferungen auf der Krim zu begrenzen.

Die ukrainischen Drohnenangriffe beeinträchtigen die Treibstoffversorgung in weiten Teilen Russlands, dem drittgrößten Ölproduzenten der Welt. Brancheninsidern zufolge brach die russische Benzinproduktion in der vergangenen Woche im Vergleich zum Tagesdurchschnitt vom Juni 2025 um rund 25 Prozent auf etwa 90.000 Tonnen pro Tag ein.

Engpässe auch in anderen Regionen

Auch die Exporte von Ölprodukten auf dem Seeweg sanken in der ersten Junihälfte Daten des Anbieters LSEG zufolge im Monatsvergleich um 15 Prozent auf rund 3,3 Millionen Tonnen. Neben der Krim meldeten auch zahlreiche russische Regionen - darunter Rostow, Tatarstan und das ostsibirische Irkutsk - Engpässe bei der Kraftstoffversorgung oder Verkaufsbeschränkungen.

Die Ukraine hat zuletzt gezielt nördliche und maritime Versorgungsrouten sowie russische Ölraffinerien angegriffen. Russland hatte die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim 2014 besetzt und annektiert. Der Einmarsch in die übrige Ukraine erfolgte im Februar 2022.

Quelle: ntv.de, jog/rts

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