Anstieg setzt sich fortRussland tötet immer mehr ukrainische Zivilisten

Russland setzt verstärkt auf Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung. Nach einem besonders verheerenden Mai wird auch im Folgemonat ein neuer Höchstwert an Toten verzeichnet.
Im Juni sind in der Ukraine der UNO zufolge mehr Zivilisten bei russischen Angriffen getötet worden als in jedem anderen Monat seit April 2022. Es seien "mindestens 293 Zivilisten getötet und 1990 weitere verletzt" worden, erklärte die Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen in der Ukraine (HRMMU). Fast die Hälfte der Opfer war demnach auf Attacken mit Raketen oder Drohnen auf ukrainische Städte zurückzuführen.
"Nach einem starken Anstieg im Mai erhöhte sich die Zahl der zivilen Opfer weiter", stellte die HRMMU fest. Besonders im Fokus waren demnach die Hauptstadt Kiew und Dnipro. Der Trend zu Angriffen fernab der Front spiegele "den zunehmenden Einsatz schlagkräftiger Waffen wider, die bei Verwendung in dicht besiedelten Städten besonders verheerende Folgen haben", erklärte HRMMU-Leiterin Danielle Bell.
Viele Tote wurden den Angaben zufolge auch bei Angriffen mit Drohnen entlang der Frontlinie registriert. Dabei starben im Juni demnach 89 Zivilisten, 588 weitere Menschen wurden verletzt. Die Zahl der insgesamt seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 getöteten Zivilisten gibt die HRMMU mit 16.431 an. Wahrscheinlich sei diese Zahl aber zu gering, weil Opferzahlen aus den von Russland eroberten Gebieten vielfach nicht verifiziert werden konnten.
Unterdessen meldeten auch die russischen Behörden einen Anstieg der Zahl ziviler Opfer. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 250 Zivilisten in Russland durch ukrainische Angriffe getötet - das sind 121 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.