Politik

Namensstreit mit Mazedonien Russland weist griechische Diplomaten aus

Mit der Ausweisung griechischer Diplomaten reagiere Russland auf die Ausweisung zweier russischer Diplomaten, teilte das Außenministerium mit.

Mit der Ausweisung griechischer Diplomaten reagiere Russland auf die Ausweisung zweier russischer Diplomaten, teilte das Außenministerium mit.

(Foto: imago/Matthias Koch)

Der Namensstreit zwischen Griechenland und Mazedonien ist gerade beendet, als neue Vorwürfe aufkeimen: Russische Diplomaten sollen griechische Beamte bestochen haben, um eine Beilegung des Konflikts zu verhindern.

Russland hat im diplomatischen Scharmützel mit Griechenland wegen Mazedonien zwei griechische Diplomaten ausgewiesen. Damit reagiere Russland auf die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten aus Griechenland, teilte das Außenministerium mit. Der griechische Botschafter sei einbestellt und darüber informiert worden.

Hintergrund ist die Beilegung des Namensstreits mit Mazedonien. Griechenland verdächtigt die Diplomaten und zwei weitere Personen, denen sie die Einreise verwehrt, der Bestechung von Beamten. Sie hätten versucht, mit Geld Einfluss auf orthodoxe Bischöfe, auf Bürgermeister und andere Institutionen in Griechenland zu nehmen, berichtete die Athener Zeitung "Kathimerini". Damit sollte die Beilegung des Streits verhindert werden. Russland hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Namensstreit dauert 27 Jahre

Griechenland und Mazedonien hatten sich im Juni nach jahrelangen Auseinandersetzungen auf eine Umbenennung Mazedoniens in Republik Nord-Mazedonien geeinigt. Das Abkommen sieht auch vor, dass Griechenland seinen Widerstand gegen eine Aufnahme des Nachbarn in die EU und die Nato aufgibt.

Der Namensstreit tobte seit 1991. Damals wurde Mazedonien im Zuge des Zerfalls Jugoslawiens unabhängig. Im Juni hatten sie den Namensstreit nach 27 Jahren beigelegt. Mazedonien soll künftig seinen Namen auf "Nord-Mazedonien" ändern. Damit soll eine Verwechslung mit der nordgriechischen Provinz Mazedonien verhindert werden.

Als Gegenleistung will Athen seine bisherige Blockade einer Annäherung Skopjes an die EU und den Beitritt zur Nato aufgeben. Die USA und auch die EU dringen seit Jahren auf eine Lösung und einen baldigen Beitritt Mazedoniens zur Nato, um Russlands Einflussmöglichkeiten in Mazedonien einen Riegel vorzuschieben.

Quelle: n-tv.de, lri/rts/dpa

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