Politik

Engpass bei Impfstoffen Russland will mit Sputnik V aushelfen

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Schon Mitte August 2020 wurde Sputnik V zur Anwendung in der Bevölkerung freigegeben.

(Foto: REUTERS)

Die verzögerte Impfstoff-Lieferung von Astrazeneca droht, den Impfzeitplan der EU zu durchkreuzen. Nun bietet der russische Hersteller von Sputnik V an, bis zum Sommer 100 Millionen Dosen zur Verfügung zu stellen. Dazu müsste der Wirkstoff aber zunächst einmal zugelassen werden.

Im Streit um knappen Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca für die Europäische Union will Russland mit seinem Vakzin aushelfen. Im zweiten Quartal könnten 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V geliefert werden, teilte der staatliche Direktinvestmentfonds in Moskau mit, der das Vakzin mitfinanziert und im Ausland vermarktet. Damit könnten 50 Millionen Menschen geimpft werden.

Voraussetzung dafür sei, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Wirkstoff zulasse. Ein entsprechender Antrag war in der vergangenen Woche eingereicht worden. In der Bundespressekonferenz schloss der Präsident des Paul-Ehrlich-Institus, Klaus Cichutek, eine Zulassung von Sputnik V nicht aus. Das Institut habe "die russischen Kollegen regulatorisch schon beraten". Es müsse aber sichergestellt werden, dass die Datenlage den Ansprüchen der Zulassungsbehörden genüge.

Eine Lieferung an die EU wäre dem Fonds zufolge möglich, wenn ein Großteil der Massenimpfung in Russland abgeschlossen ist. Die Impfungen laufen bereits seit Dezember. Nach jüngsten Zahlen haben mehr als 1,5 Millionen Menschen das aus zwei Komponenten bestehende Vakzin erhalten. Sputnik V ist den Angaben zufolge mittlerweile in 15 Ländern registriert. Ungarn hatte vergangene Woche als erstes EU-Land zwei Millionen Dosen des russischen Präparats bestellt.

Der Wirkstoff war Mitte August als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests ausgestanden hatten. Das löste international Kritik aus. Unabhängige Studien sind bisher nicht bekannt. Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat mit Produktionsproblemen zu kämpfen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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