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Elektronik aus DeutschlandKiew veröffentlicht Details zu Russlands neuem Marschflugkörper

29.04.2026, 13:04 Uhr
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Von der Ukraine gesicherte Trümmerteile einer S-71K "Kovyor". (Foto: Ukrainischer Militärgeheimdienst HUR)

Die S-71K "Kovyor" ist Berichten zufolge Moskaus jüngster Marschflugkörper. In Trümmern findet Kiews Militärgeheimdienst Teile aus westlichen Staaten. Die vergleichsweise einfache Bauart könnte eine Produktion in großer Stückzahl für einen bestimmten Zweck ermöglichen.

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat Details über einen neuen russischen Marschflugkörper veröffentlicht. Die Luft-Boden-Waffe mit dem Namen S-71K "Kovyor" (auf Deutsch: "Teppich") basiert nach Angaben aus Kiew auf einer vergleichsweise einfachen Konstruktion und ist trotz Sanktionen auf ausländische Elektronik angewiesen, darunter Komponenten aus den USA, China, der Schweiz, Japan, Deutschland, Taiwan und Irland. Aus der Bundesrepublik sollen demnach Spannungsregler des Halbleiterherstellers Infineon verbaut worden sein.

Demnach wurden Marschflugkörper des Typs "Kovyor" erstmals Ende 2025 gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt. Als Abschussplattform dienten Tarnkappenjäger vom Typ Suchoi Su-57. Russland soll allerdings auch erwägen, den Marschflugkörper für den Start von Kampfdrohnen vom Typ Suchoi S-70 anzupassen. Als Gefechtskopf komme eine 250 Kilogramm schwere Splitterbombe vom Typ OFAB-250-270 aus Sowjetzeiten zum Einsatz. Die Reichweite wird auf 300 Kilometer geschätzt. Ein 3D-Modell des Marschflugkörpers veröffentlichte der HUR im Internet.

Der ukrainische Verteidigungsexperte Andrii Kharuk bezeichnete die "Kovyor" als Beispiel für den Wandel in der russischen Rüstungsindustrie hin zu einfacheren und kostengünstigeren Systemen. "Herkömmliche Marschflugkörper sind teuer", sagte Kharuk dem Online-Portal Kyiv Independent. "Was wir jetzt sehen, ist ein Konzept von einfacheren, billigeren Raketen, die in größerer Zahl eingesetzt werden können." Ziel sei es, damit die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten.

Entwickelt wird die "Kovyor" vom Flugzeughersteller OAK. Laut dem HUR scheint es der erste Versuch des Konzerns im Bereich der Raketenherstellung zu sein. Da Russland in der Vergangenheit Schwierigkeiten bei der Massenproduktion von Strahltriebwerken gezeigt habe, ist unklar, inwieweit Russland die Produktion rasch steigern kann, so der ukrainische Experte Kharuk. Die geringe Stückzahl an Su-57-Jets mache es wahrscheinlich, dass Russland neben diesen auch ältere Kampfjets wie die Su-34 als Startplattform in Erwägung zieht.

Quelle: ntv.de, jpe

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