Politik
Video
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Mit großer Stimmen-Mehrheit: SPD bestätigt Schulz als Parteichef

Martin Schulz bleibt SPD-Vorsitzender. Nachdem er im Frühjahr hundert Prozent der Stimmen erhalten hatte, wollen ihn nach der verlorenen Bundestagswahl noch knapp 82 Prozent der Delegierten an der Parteispitze sehen. Für Schulz ist das ein achtbarer Erfolg.

Die SPD hat Martin Schulz erneut zum Parteivorsitzenden gewählt. Der 61-Jährige erhielt am Abend in Berlin 81,9 Prozent der Stimmen, nachdem der Parteitag kurz vorher mit großer Mehrheit Gesprächen mit der Union über eine Regierungsbildung zugestimmt hatte. Mit 508 Ja- und 97 Nein-Stimmen bleibt Schulz nun für zwei Jahre im Amt des Parteichefs.

Das Wahlergebnis war vor dem Hintergrund des historisch schlechten SPD-Ergebnisses bei der Bundestagswahl mit Spannung erwartet worden. Schulz war als Spitzenkandidat angetreten und hatte für seine Partei nur 20,5 Prozent der Wählerstimmen holen können. Für das schwache Abschneiden seiner Partei hatte sich Schulz in seiner Rede beim Parteitag entschuldigt.

Der frühere Präsident des Europäischen Parlaments führt die Partei seit knapp neun Monaten. Im März war er noch mit 100 Prozent Ja-Stimmen zum Nachfolger von Sigmar Gabriel gewählt worden. Damals ruhte auf Schulz die Hoffnung, er könne die SPD zu einem respektablen Ergebnis führen. Auf Twitter gratulierte Gabriel seinem Nachfolger zur Wiederwahl. "Überzeugende Rede, überzeugender Parteitag und nun ein wirklich überzeugendes Ergebnis!", schrieb er.

Grüne fordern Kampf für Klimaschutz

Zuvor hatte Schulz, der gelernter Buchhändler und langjähriger Bürgermeister der nordrhein-westfälischen Stadt Würselen war, seiner Partei eine Aufarbeitung des Wahldebakels zugesagt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Auf Twitter bedankte sich Schulz bei den Delegierten für ihr Vertrauen. "Lasst uns nun gemeinsam die SPD erneuern, Deutschland gerechter machen und Europa neu gründen!", appellierte er.

In einer ersten Reaktion beglückwünschten auch die Grünen den 61-Jährigen zu seiner Wahl. "Nach Monaten voller Aufs und Abs" und "in einer aktuell schwierigen Situation" habe Schulz die SPD mit einer kämpferischen Rede überzeugen können, teilten die Parteivorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir mit. Weiter hieß es: "Wir erwarten von der SPD, dass sie endlich beim Thema Klimaschutz ihr Bremsen beendet und sich ohne Wenn und Aber für die Einhaltung und Umsetzung der nationalen, europäischen und internationalen Klimaschutziele einsetzt."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen