Politik

Stickereien im Panzerfahrzeug Sachsens Polizei empört mit SEK-Emblem

Das nennt man einen PR-Gau. Die sächsische Polizei erhält ein gigantisches Panzerfahrzeug mit Maschinengewehrhalterung auf dem Dach für Anti-Terror-Einsätze. Und dann ist auf den Sitzen auch noch eine Stickerei, die gewisse Assoziationen auslöst.

Der Survivor R ist ein Polizeifahrzeug der Superlative: 330 PS, 15 Tonnen schwer, Allradantrieb, dabei 100 Kilometer pro Stunde schnell. Es ist mehr Panzer als Auto, soll mit seiner Vollpanzerung und 10-Zentimeter-Panzerglasscheiben Maschinengewehrfeuer und Panzerminen standhalten. Seit Kurzem freut sich die sächsische Polizei über ein Exemplar des mehrere Hunderttausend Euro teuren Gefährts aus dem Hause Rheinmetall. Die Freude wird aber getrübt über schlechte Presse wegen der Sitzbeschriftung.

Auf den Sitzen in der Fahrerkabine ist in gebrochener Schrift, einer sogenannten Textura, die an Fraktur erinnert, aufgestickt: "Spezialeinsatzkommando Sachsen", dazu das sächsische Wappen. Die Assoziationen könnten verheerender nicht sein, zumal Sachsen ohnehin vielen Menschen als "braunes" Bundesland gilt.

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Damit nicht genug. Nachdem ein Foto im Umlauf war und sich viele Twitterer über die Stickerei empörten oder lustig machten, sah sich das sächsische Innenministerium veranlasst, sich zu äußern. Über den Ministeriumsaccount wurde mitgeteilt: "Das Fahrzeug wurde mit dieser Bestickung der Sitze vom Hersteller so ausgeliefert." Darin eine rechte Attitüde zu sehen, weise man entschieden zurück.

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Das klingt ein bisschen wie das berühmte Mauer-Zitat von Walter Ulbricht. Entsprechend groß ist der Spott in den sozialen Netzwerken. Dem Ende November veröffentlichten "Sachsen-Monitor" zufolge ist die Zustimmung im Freistaat zu rechtsextremem Gedankengut hoch. Mehr als jeder zweite Sachse (56 Prozent) stimmt demnach der Aussage zu, Deutschland sei in einem gefährlichen Maß "überfremdet". Auffällig seien Ressentiments gegenüber Muslimen. 58 Prozent sind außerdem der Meinung, es "sollte lieber mehr Geld für die deutsche Einheit als für die Integration von Ausländern ausgegeben werden". 44 Prozent glauben, die Ostdeutschen seien in Deutschland Bürger zweiter Klasse.

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Quelle: ntv.de, nsc