Politik

Fünf Sterne und PD treffen sich Salvinis Lega stürzt in der Wählergunst ab

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Seine Umfragewerte trüben sich ein: Salvini könnte auf der Oppositionsbank landen, wenn die Fünf Sterne mit den Sozialdemokraten ein Bündnis schmieden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hat sich Italiens starker Mann verzockt? Nach jüngsten Umfragen rauscht Salvinis Lega in der Wählergunst um mehr als sieben Prozentpunkte in die Tiefe. Etwa gleichviel gewinnen Fünf Sterne und Sozialdemokraten dazu. Passenderweise arbeiten die beiden nun an einer neuen Regierungsmehrheit.

In der Regierungskrise in Italien ist die Beliebtheit des Chefs der rechtspopulistischen Lega, Matteo Salvini, laut einer Umfrage gesunken. Die Zustimmung schrumpfte laut einer repräsentativen Studie auf 31,3 Prozent - vor Beginn der Krise lag sie noch bei 38 Prozent. Das geht aus einer Studie des Instituts Tecnè hervor, die auf der Webseite scenaripolitici.com veröffentlicht wurde. Laut Umfrage stieg die Popularität der Sterne in der Zeit von 17,5 auf 20,8 Prozent, die der Sozialdemokraten (PD) von 22,4 auf 24,6 Prozent.

Auf der Suche nach einer neuen Regierung in Italien nahmen die oppositionellen Sozialdemokraten nun Verhandlungen mit der Fünf-Sterne-Bewegung auf. Die beiden eigentlich zerstrittenen Parteien kamen in Rom erstmals zu Beratungen zusammen. Eine Allianz zwischen PD und Sternen könnte den Lega-Chef Salvini in die Opposition verbannen. Die Sozialdemokraten fordern unter anderem eine Umkehr in der Flüchtlingspolitik und ein aufrichtiges Bekenntnis zu Europa. Die Sterne hatten zuvor Salvinis rigorosen Antimigrationskurs mitgetragen und sind europakritisch.

Innenminister Salvini hatte die Koalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung am 8. August platzen lassen, Premierminister Giuseppe Conte reichte daraufhin seinen Rücktritt ein. Staatspräsident Sergio Mattarella hatte den Parteien für eine mögliche Übereinkunft über eine neue Regierung Zeit gegeben. Nächsten Dienstag sollen die Konsultationen beim Staatsoberhaupt in eine zweite Runde gehen.

"Wir können mit der Arbeit beginnen"

Der PD-Fraktionschef im Senat, Andrea Marcucci, zeigte sich "optimistisch und zuversichtlich". "Wir können sicher beginnen, miteinander zu arbeiten", sagte PD-Chef Nicola Zingaretti zu einem Zehn-Punkte-Plan, den die Sterne vorgelegt hatten. Sterne-Chef Luigi Di Maio sagte der Zeitung "Corriere della Sera", der erste Punkt sei die Zustimmung zu einer Verfassungsreform, die die Anzahl der Parlamentarier zusammenstreichen soll.

Lega-Chef Salvini hatte mit guten Umfragewerten im Rücken die Koalition gesprengt und pocht seitdem auf schnelle Neuwahlen. Kommt es zu einem alternativen Regierungsbündnis, ist seine Lega vorerst aus dem Spiel. Erst wenn kein Zusammenschluss von Fünf Sternen und PD gelingt, muss Mattarella das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Hier läge Salvinis Lega trotz der Einbußen noch immer vorne.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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