Politik

Zugang zu Flug- und Seehafen Saudi-Arabien will Jemen-Blockade lockern

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Dem Jemen droht eine Hungerkatastrophe.

(Foto: AP)

Die Blockade von Hilfslieferungen in den Westjemen könnte bald enden. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition sagte zu, dass der Flughafen der Hauptstadt Sanaa wieder angeflogen werden darf. Für viele Menschen dürfte dies überlebenswichtig sein.

Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis will im Bürgerkriegsland Jemen nach eigenen Angaben die Blockade eines zentralen Flughafens und eines wichtigen Seehafens wieder aufheben. Diese Maßnahme solle humanitäre Hilfe ermöglichen und das Leiden des jemenitischen Volkes lindern, teilte die Koalition mit, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete.

Demnach sollen von Donnerstag an wieder Hilfstransporte auf dem Flughafen der Hauptstadt Sanaa und im Seehafen Hudaida im Westen des Landes ankommen dürfen. Beide sind für den Transport humanitärer Güter entscheidend, stehen aber unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen, die von dem Bündnis bekämpft werden.

Saudi-Arabien hatte Anfang des Monats eine Blockade über die Flug- und Seehäfen des Jemens verhängt. Das Königreich reagierte damit auf einen Angriff der Huthis auf die saudische Hauptstadt Riad mit einer ballistischen Mittelstreckenrakete. Hilfsorganisationen warnten, die Blockade gefährde das Leben von Millionen Menschen in dem ohnehin bettelarmen Land. Dem Jemen drohe eine der weltweit schlimmsten Hungerkatastrophen, hieß es.

20 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Schon jetzt sind in dem Bürgerkrieg mehr als 20 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Kämpfe und Luftangriffe der saudischen Koalition haben große Teile der Infrastruktur zerstört. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition blockierte nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Tagen 32 geplante humanitäre Hilfsflüge in den Jemen. Zudem habe das Bündnis auf Anfragen für neue Hilfsflüge nicht reagiert, sagte UN-Sprecher Farhan Haq in New York. Nur Flüge in die von saudischen verbündeten kontrollierte Stadt Aden im Süden des Jemens waren demnach möglich.

In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel tobt der Krieg seit rund drei Jahren. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Bündnis fliegt seit dem Frühjahr 2015 Luftangriffe gegen die Huthis. Das sunnitische Königreich wirft ihnen vor, sie erhielten Waffen vom schiitischen Iran, dem Erzfeind Riads.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wies zugleich einen Bericht der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba zurück, erstmals seit Beginn der saudischen Blockade sei wieder eine Maschine mit Hilfsgütern in Sanaa angekommen. Eine kleine Maschine habe lediglich fünf Mitarbeiter ausgeflogen, die selbst medizinische Hilfe gebraucht hätten, sagte eine IKRK-Sprecherin.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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