Politik

Heimischer Rückhalt Schäuble und Merkel sind beliebt

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Haben sich in den Augen der deutschen Öffentlichkeit als Team gut geschlagen: Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

(Foto: dpa)

Die Griechenlandkrise schadet dem Ansehen von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble hierzulande nicht - im Gegenteil: Fast 70 Prozent aller Deutschen sind mit der Arbeit der Politiker zufrieden. Doch der griechische Regierungschef Tsipras kann daheim auch punkten.

Jede Menge Schlagzeilen und Titelseiten: Die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble wird derzeit besonders genau unter die Lupe genommen. Jedoch nicht zum Schaden der Politiker. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid sind 69 Prozent der Deutschen mit Wolfgang Schäuble zufrieden und 68 Prozent mit Bundeskanzlerin Merkel. Unzufrieden mit Schäuble sind 21 Prozent der Deutschen, bei Merkel sind es 28 Prozent. Für Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gab es von 51 Prozent der Befragten ein gutes Zeugnis, 28 Prozent sind unzufrieden mit ihm.

Auch die Union legt nach den schwierigen Verhandlungen mit Griechenland leicht zu: CDU/CSU erreichen derzeit 43 Prozent aller Wählerstimmen, das ist ein Prozentpunkt mehr als vor einer Woche. Leichte Verluste von einem Prozentpunkt weist die Sonntagsumfrage dagegen für SPD und Linke aus. Die Sozialdemokraten kommen auf 25 Prozent, die Linke auf 9 Prozent.

Doch auch der griechische Kontrahent Alexis Tsipras kann auf den Rückhalt seiner Wähler bauen: Bei der ersten Umfrage nach der Parlamentsabstimmung über die Hilfsmaßnahmen für Griechenland kam die Partei des Regierungschef auf 43,5 Prozent der Stimmen, die größte Oppositionspartei "Nea Dimokratia" hingegen gerade einmal auf 21,5 Prozent.

Den n-tv.de-Liveticker zur Griechenland-Krise finden Sie hier.

Hoffnung auf Entspannung

Insgesamt herrscht in Griechenland die Hoffnung, dass das von Staatspleite bedrohte Land in der kommenden Woche zu etwas Normalität zurückkehren kann. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine Wiedereröffnung der seit drei Wochen zwangsweise geschlossenen Banken auf Hochtouren.

Um die Belastungen der Bürger durch die Kapitalverkehrskontrollen etwas zu mindern, sollen die Griechen künftig pro Woche auch auf einmal bis zu 420 Euro abheben dürfen. Bisher waren es höchstens 60 Euro pro Tag. Dies führte zu langen Warteschlangen vor den Automaten.

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank die Notkredite für die klammen Geldhäuser leicht um 900 Millionen Euro ausgeweitet. Zuletzt lagen sie bei rund 90 Milliarden Euro. Zudem gewährten die europäischen Partner dem von der Pleite bedrohten Land einen Brückenkredit in Höhe von sieben Milliarden Euro.

Damit soll Zeit gewonnen werden, das im Grundsatz schon vereinbarte neue Griechenland-Hilfsprogramm auszuhandeln. Dafür werden mehrere Wochen veranschlagt. Die meisten Kapitalverkehrskontrollen bleiben aber weiter bestehen, denn die Finanzlage der Banken bleibt äußerst prekär.

Das neue Hilfspaket soll nach bisherigen Planungen bis zu 86 Milliarden Euro für drei Jahre umfassen. Im Gegenzug muss Athen harte Spar- und Reformauflagen erfüllen. Ministerpräsident Tsipras ist zwar nach eigenen Worten nicht überzeugt, dass die Reform- und Sparauflagen seinem Land aus der Krise helfen werden. Aber er will das Programm dennoch umsetzen, entließ die Gegner der Auflagen aus seiner Regierung und ersetzte sie durch enge Mitarbeiter.

Quelle: n-tv.de, sla/dpa

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