Politik

Letzter internationaler Auftritt Schäuble verabschiedet sich mit Appell

Das war's: Wolfgang Schäuble verlässt die globale Bühne der Finanzpolitik. Seinen letzten Auftritt beim Internationalen Währungsfonds nutzt er für eindringliche Worte an seine Kollegen - und eine Breitseite an US-Präsident Trump.

Der scheidende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bei seinem letzten Auftritt auf der Bühne der internationalen Finanzpolitik eindringlich vor wachsendem Protektionismus gewarnt und die Länder zur engen Zusammenarbeit ermahnt. "Wir sollten uns alle Sorgen machen über das schwache Wachstum des Welthandels und die zunehmende Anti-Freihandels-Rhetorik", sagte Schäuble laut Redetext im Lenkungsausschuss des Internationalen Währungsfonds. "Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Offenheit."

Protektionismus schade dem Wachstum. Die Länder sollten zusammenarbeiten, um für gleiche Chancen zu sorgen, damit mehr Menschen von den Vorteilen des Handels profitieren. Schäuble wandte sich in Washington nicht ausdrücklich an die USA. Deren Regierung unter Präsident Donald Trump allerdings hat mit ihrem Handeln nach dem Grundsatz "Amerika zuerst", ihren Drohungen mit Handelsbeschränkungen und ihrer Kritik an multilateralen Abstimmungen und Abkommen in der G20-Gruppe der großen Wirtschaftsmächte für einen tiefen Riss gesorgt.

Schäuble sagte, Handel habe Millionen Menschen den Weg aus der Armut eröffnet und für mehr Stabilität und Wohlstand in vielen Ländern der Welt gesorgt. Schäuble warnte die Weltgemeinschaft angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung, sich selbstzufrieden zurückzulehnen. "Wir wissen nicht, wann die nächste Wirtschafts- und Finanzkrise kommt", warnte er. Daher sollte man sich jetzt wappnen, um sie bestehen zu können.

Auch die Möglichkeiten der Geldpolitik bei dieser Aufgabe seien begrenzt. "Jetzt ist nicht die Zeit für globale Nachfrage-Stimulierung." Vielmehr komme es darauf an, die Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften mit Strukturreformen, auch einer soliden Finanzpolitik mit einem Schuldenabbau, zu stärken.

Quelle: n-tv.de, shu/rts

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