Politik

Polizei prüft Zusammenhänge Schießerei und Verletzte bei Trump-Demo

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Die Anhänger von Präsident Trump erkennen seine Wahlniederlage nicht an und sprechen von Betrug.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Anhänger von Präsident Trump gehen in mehreren US-Städten erneut auf die Straße. Sie wollen seine Wahlniederlage nicht akzeptieren. Darunter auch rechtsradikale "Proud Boys". Am Rande der Demos werden in Washington vier Menschen niedergestochen. In der Stadt Olympia kommt es zu einer Schießerei.

Am Rande von Kundgebungen der Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump sind mindestens fünf Menschen verletzt worden. In der Stadt Olympia im Bundesstaat Washington sei es in der Nähe des Kapitol-Gebäudes zu einer Schießerei mit einem Verletzten gekommen, teilte die Polizei auf Twitter mit. In der Hauptstadt Washington wurden nach Angaben der Feuerwehr vier Menschen niedergestochen. Unklar ist bislang, ob die Verletzten an den Protesten beteiligt waren und die Taten mit diesen in Zusammenhang stehen.

Die Opfer der Stichattacke lägen "mit schweren Verletzungen" im Krankenhaus, sagte der Kommunikationschef von Washingtons Feuerwehr, Doug Buchanan, der Nachrichtenagentur AFP. Die "New York Times" berichtete von 23 Festnahmen im Laufe des Tages. In Olympia sei ein Verdächtiger festgenommen worden, twitterte die Polizei.

Tausende Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump protestierten am Samstag erneut gegen dessen Wahlniederlage. Dabei kam es in mehreren Städten der USA zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des Präsidenten und Gegendemonstranten. Bei der Kundgebung in Washington beklagten sie einen angeblichen Betrug bei der Präsidentschaftswahl Anfang November. Die Unterstützung für den Amtsinhaber, der seine Niederlage gegen den Demokraten Joe Biden nach wie vor nicht eingeräumt hat, fiel aber deutlich geringer aus als vor einem Monat, als 10.000 Demonstranten zur Freedom Plaza nahe dem Weißen Haus geströmt waren.

Trump-Unterstützer beharren weiter auf Wahlbetrug

Die Teilnehmer der Kundgebung forderten "vier weitere Jahre" für Trump im Weißen Haus. "Wir werden nicht aufgeben", sagte der Demonstrant Luke Wilson, der aus dem Bundesstaat Idaho angereist war. Trump-Fan Dell Quick nannte Trumps Abwahl eine "große Ungerechtigkeit" und schwenkte eine Fahne zur Verteidigung des Rechts auf Waffen. Unter den Demonstranten waren auch Mitglieder der rechtsradikalen Gruppierung "Proud Boys". Sie waren an ihrer schwarz-gelben Kleidung zu erkennen, einige von ihnen trugen schusssichere Westen. Teilnehmer einer Gegenkundgebung in der Nähe skandierten "Nazis raus!".

Zu den Rednern, die zu den Trump-Anhängern sprachen, war auch der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn, der sich in der Russland-Affäre schuldig bekannt hatte und Ende November von Trump begnadigt worden war. Die Kundgebungsteilnehmer beharrten darauf, dass es umfassenden Betrug bei der Wahl gegeben habe. Einige deuteten eine "Einmischung von außen" an, andere behaupteten, dass Millionen Stimmen für den Präsidenten durch Software vernichtet worden seien. Dell Quick sagte AFP, ein Wahlsieg Bidens sei "unmöglich". Die 62-jährige Trump-Anhängerin Susan Bowman aus Hampton, Virginia, sagte: "Dies ist keine Bananenrepublik. Wir müssen die Wahl in Ordnung bringen."

Trump sieht sich durch Proteste gestärkt

"Wow! Tausende Menschen versammeln sich in Washington (D.C.), um zu verhindern, dass die Wahl gestohlen wird", kommentierte Trump die Kundgebung auf Twitter. "Wusste nichts davon, aber ich werde sie sehen!" Wenig später flog Trump - auf dem Weg zu einer Sportveranstaltung in New York - in seinem Hubschrauber über die Menge hinweg. Viele seiner Anhänger stimmten daraufhin die Nationalhymne an.

Trump spricht seit Wochen von "Wahlbetrug", der seinem Herausforderer Biden angeblich zum Sieg verholfen habe. Das Trump-Lager ist allerdings mit einer Reihe von Klagen gegen die Wahl gescheitert. Auch vor dem Obersten Gerichtshof der USA erlitt er zwei Niederlagen. Inzwischen haben alle Bundesstaaten die Wahlergebnisse zertifiziert. Biden hatte sich bei der Wahl 306 von insgesamt 538 Wahlleuten gesichert, die am Montag den Präsidenten wählen. Für einen Wahlsieg brauchte der frühere Vizepräsident mindestens 270 Wahlfrauen und -männer. Am 20. Januar soll Biden als 46. Präsident der US-Geschichte vereidigt werden.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP