Politik

Kanzler kritisiert Aktivisten Scholz holt sich regelmäßig Rat von Merkel

384017618.jpg

Kanzler Scholz findet Angriffe der Klimaaktivisten auf Kunstwerke "nicht nachvollziehbar."

(Foto: picture alliance/dpa)

Ex-Außenminister Joschka Fischer bezeichnete das Kanzleramt als eine "Todeszone". Olaf Scholz sieht es anders. Er fühle sich nicht einsam und berate sich mit vielen Menschen, sagt der Kanzler bei einem Bühnentalk in Leipzig. Der SPD-Politiker spricht auch über seine Amtsvorgängerin und über Aktivisten mit "Tomatensaft".

Bundeskanzler Olaf Scholz holt sich noch immer regelmäßig Rat von seiner Amtsvorgängerin Angela Merkel. Das sagte der SPD-Politiker bei einem Bühnentalk des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in Leipzig. "Wir kennen uns erstens lange und haben auch immer gut zusammengearbeitet, obwohl wir in unterschiedlichen Parteien sind", so Scholz. "Und das geschieht auch weiter so."

Er berate sich aber auch mit vielen anderen Menschen - "weit über die Regierungsparteien hinaus", betonte Scholz und widersprach der These des ehemaligen Außenministers Joschka Fischer, dass das Kanzleramt eine "Todeszone" sei. "Ich fühle mich nicht einsam."

"Der Imperialismus ist wieder zurück in Europa"

Sein Befinden nach einem Jahr im Amt sei überschattet vom Ukraine-Krieg und den Folgen für Deutschland, räumte der Kanzler ein. "Natürlich ist mein Gemütszustand sehr geprägt von diesem furchtbaren Krieg, der in Europa stattfindet. Denn das ist ja das, was uns umtreiben muss: Der Imperialismus ist wieder zurück in Europa."

Nach Scholz' Ansicht ist eine diplomatische Lösung zur Beendigung des Krieges derzeit unmöglich. Putins Kriegsführung verhindere jede Annäherung. Mit "diesem mörderischen Krieg, den wir gegenwärtig erleben" habe "Putin erst einmal alles verhindert, was vorher an Gesprächsprozessen in Gange war", so Scholz.

Mehr zum Thema

Scholz sprach auch über Aktionen der Klimaaktivisten, bei denen Kunstwerke in Museen angegriffen werden. "Protest ist legitim, ich finde die Aktionsform aber nicht nachvollziehbar", sagte Scholz. "Was hat das Werfen von Tomatensaft auf ein teures Kunstwerk, das seit vielen Jahren beschützt wird, das viele Leute beeindruckt und das viele gerne anschauen wollen, mit Klimaprotest zu tun?", fragte er.

Höflich formuliert sei der Protest "nicht richtig zu Ende gedacht", sagte Scholz. "Es reden alle nur über die Aktionsform, es schütteln fast alle den Kopf. Das ist irgendwie in die Irre gelaufen", betonte der SPD-Politiker. "Vielleicht könnte irgendjemand denjenigen, die das machen, mal sagen, dass sie sich etwas anderes ausdenken sollen, das weniger aufregt", schlug der Kanzler vor.

Quelle: ntv.de, uzh

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen