Politik

Polizei fahndet nach 37-Jährigem Schüsse in Utrechter Straßenbahn - mehrere Verletzte

Großfahndung in den Niederlanden: Im Stadtgebiet von Utrecht eröffnet ein Mann in einer Straßenbahn das Feuer. Ein Mensch stirbt, es gibt mehrere Verletzte. Der Täter flüchtet. In Utrecht fallen weitere Schüsse. Die Universität wird geschlossen, Spezialeinsatzkräfte suchen den Schützen.

Bei einer Schießerei in der viertgrößten Stadt der Niederlande sind mehrere Menschen verletzt worden. Lokale Medien berichten auch von einem Toten. Die Sicherheitsbehörden sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Nach ihm fahndet nun die Polizei mit einem Foto. Erste Berichte, dass es auch in anderen Gegenden der Stadt Schüsse gegeben habe, wurden später korrigiert. Ministerpräsident Mark Rutte geht von einem Anschlag aus. Rutte schloss einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Es habe Verletzte und möglicherweise Tote gegeben, sagte er.

*Datenschutz

"In einer Straßenbahn wurden mehrere Schüsse abgegeben, mehrere Menschen sind verletzt", sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Schwerverletzte werden in Krankenhäusern der Stadt behandelt, wie Medien berichten. Ob bei dem Vorfall auch ein Mensch sein Leben verloren hat, wollen die Behörden bislang nicht bestätigen.

Polizei und Anti-Terror-Einheiten seien mit starken Kräften unterwegs, heißt es. Die Sicherheitskräfte gehen von einem Einzeltäter aus. Ein Verdächtiger sei vermutlich mit einem roten Auto geflohen, teilte die Polizei mit. Dies wurde einem Meidenbericht zurfolge später verlassen gefunden.

Die Behörden riefen die Bevölkerung im Großraum Utrecht dazu auf, öffentliche Plätze zu meiden, die Straßen freizuhalten und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. "Kommen Sie nicht in die Nähe des Tatorts", appellierte die Polizei an die Öffentlichkeit. Sicherheitskräfte seien vor Ort im Einsatz, hieß es. Dazu zähle auch eine Anti-Terror-Spezialeinheit der Polizei sowie drei Hubschrauber.

8b20454d536c7596d78a932b91ed8258.jpg

Spezialeinsatzkräfte am Tatort in Utrecht.

(Foto: REUTERS)

Terrorwarnstufe 5 in Utrecht

Die Hintergründe der Schüsse sind noch vollkommen unklar. Bei der Einschätzung der Lage äußern sich die niederländischen Behörden sehr vorsichtig: Ein terroristisches Motiv könne ebenso nicht ausgeschlossen werden wie etwa eine Beziehungstat oder ein krimineller Hintergrund, hieß es. Ermittelt werde in alle Richtungen. Es habe bislang noch keine Festnahmen gegeben, teilte ein Polizeisprecher mit.

In der Region gilt seit Mittag die höchste Terrorwarnstufe. Die zuständige Behörde rief nach den Schüssen im Stadtgebiet von Utrecht die Warnstufe 5 für die gesamte Provinz Utrecht aus. Öffentliche Einrichtungen, Bahnhöfe und Moscheen erhalten zusätzlichen Polizeischutz. Im Rest des Landes gelte die Warnstufe 4. Die Universität von Utrecht wurde vorsorglich geschlossen. Alle Studenten wurden aufgefordert, vorerst in den Gebäuden zu bleiben, wie die Universität mitteilte. Utrecht zählt etwa 350.000 Einwohner.

Erste Meldungen zum Vorfall gingen bei der Polizei gegen 10.45 Uhr ein. Augenzeugen zufolge soll ein Mann in einer Straßenbahn um sich geschossen haben. Ein Platz an der Straßenbahn-Haltestelle 24-Oktoberplein-Zuid südwestlich der Utrechter Innenstadt wurde abgesperrt. Utrecht liegt etwa 75 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze und rund 30 Kilometer südlich von Amsterdam.

Bundespolizei kontrolliert an der Grenze

Die Bundespolizei nahm Kontrollen an Straßen und in Zügen an der deutschen Grenze auf. "Wir haben unsere Fahndungsmaßnahmen hochgefahren, nachdem wir informiert wurden", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve, die nahe der Grenze zu den Niederlanden liegt. Alle verfügbaren Beamten seien im Einsatz, außerdem verstärkten Beamte der Landespolizei Nordrhein-Westfalen.

Schwerpunkt sei die Autobahn A3. Aber auch an anderen Autobahnen, an Bundesstraßen und an kleinen Grenzübergängen seien Beamte postiert. Sie schauten sich die sich nähernden Fahrzeuge an und würden bei Verdacht gezielt Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr ziehen. Auch bei grenzüberschreitenden Bahnverbindungen gebe es Kontrollen. Beamte gingen durch die Züge, hieß es.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/jwu/AFP/rts/dpa

Mehr zum Thema