Politik

Quoten und Förderprogramme Schulze macht Druck beim Wasserstoff

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Umweltministerin Schulze will die Wasserstofftechnologie fördern - auch mit einer Quote.

(Foto: dpa)

Wasserstoff ist nach Ansicht vieler Experten und Politiker der Schlüssel für Klimaneutralität in Verkehr und Industrie. Umweltministerin Schulze kündigt nun Quoten und Förderprogramme an, um die Produktion in Gang zu bringen.

Umweltministerin Svenja Schulze will den Ersatz fossiler Kraft- und Brennstoffe durch klimafreundliche Stoffe auf Wasserstoff-Basis mit Quoten und Förderprogrammen in Gang bringen. Die SPD-Politikerin schlug im "Handelsblatt" unter anderem für den Flugverkehr eine Quote für synthetische Kraftstoffe von zwei Prozent bis 2030 vor, die mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden - aus sogenanntem grünen Wasserstoff.

"Das sichert eine garantierte Abnahme zu stabilen Preisen", sagte sie der Zeitung. Die Auswirkung auf die Preise halte sie für "überschaubar". Zudem sprach Schulze sich dafür aus, von 2021 an jährlich die Produktion von 5000 Tonnen grünem Wasserstoff auszuschreiben. "Wer den Wasserstoff zu den niedrigsten Kosten herstellt, bekommt den Zuschlag", erklärte sie. Die Menge könne Jahr für Jahr bis 2030 um jeweils 5000 Tonnen steigen. Der Bund solle auch selbst als "zuverlässiger Abnehmer" die Nachfrage anschieben, etwa über die Marine und die Luftwaffe, sagte Schulze weiter.

Die Bundesregierung arbeitet unter Federführung von Wirtschaftsminister Peter Altmaier an einer nationalen Wasserstoffstrategie - eigentlich sollte sie schon Ende 2019 vorliegen. Umstritten ist unter anderem, wo synthetische Kraftstoffe in welchem Maße zum Einsatz kommen sollen und welche Rolle Importe spielen sollen. Für die Herstellung aus erneuerbaren Energien würde sehr viel mehr Ökostrom benötigt, als derzeit in Deutschland produziert wird. Wasserstoff gilt als zentraler Baustein für das Ziel, 2050 unterm Strich keine Treibhausgase mehr auszustoßen.

Streit um synthetische Kraftstoffe

Altmaiers Wasserstoffstrategie ist zwar noch nicht öffentlich, allerdings sind Entwürfe schon durchgesickert. Das Konzept sieht unter anderem vor, Wasserstoff aus Afrika zu importieren. Dort soll die Trennung von Wasser (H2O) in Wasser- und Sauerstoff durch Sonnenenergie erfolgen. Der Wasserstoff könnte dann entweder per Tankschiff oder sogar über Gasleitungen nach Europa gebracht werden.

Beim Streit um die synthetischen Kraftstoffe geht es um die Frage, ob es diese auch für normale Pkw mit Verbrennungsmotoren geben sollte. Schulze ist dagegen und möchte zunächst die Industrie mit Wasserstoff versorgen. Was Pkw angeht, favorisiert sie Elektroautos. Experten geben ihr darin Recht - synthetische Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren sind im Vergleich zu Elektroautos hochgradig ineffizient.

Denn zunächst benötigt man große Mengen Energie, um den Wasserstoff herzustellen, dann noch einmal weitere Energie, um daraus Treibstoff zu gewinnen. Weitgehende Einigkeit herrscht darüber, dass synthetische Kraftstoffe eine Alternative für die Schifffahrt und den Flugverkehr sind.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa