Politik

Mögliche SPD-Doppelspitze Schwan erwägt Kooperation mit Kühnert

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Gesine Schwan ist für den SPD-Chefposten im Spiel.

(Foto: imago images / Oryk HAIST)

Die SPD-Politikerin Gesine Schwan will sich zwar nicht aktiv für den Parteivorsitz bewerben - wäre aber zur Stelle, wenn sie gebeten würde. Auch eine Parteiführung zusammen mit Juso-Chef Kevin Kühnert kann sie sich vorstellen. Dass der das wolle, glaubt sie jedoch nicht.

Die frühere Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, Gesine Schwan, ist grundsätzlich zu einer Kandidatur für den SPD-Vorsitz bereit. "Wenn die Bitte an mich herangetragen würde und wenn die auch eine erhebliche Unterstützung hätte", würde sie dies tun, sagte Schwan im Deutschlandfunk. Noch sei es aber nicht so weit, dass sie sich aktiv bewerben wolle.

Denkbar sei für sie auch eine Doppelspitze mit dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, sagte Schwan. Diesen habe sie immer "fair und nachdenklich-argumentativ" erlebt. "Das ist eine sehr wichtige Voraussetzung, wenn man kooperieren wollte."

Allerdings habe sie mit Kühnert noch nicht darüber gesprochen und sie glaube auch nicht, dass er jetzt Parteichef werden wolle. Schwan verwies hier auf Kühnerts Alter - der Juso-Vorsitzende wird am 1. Juli 30. Wörtlich sagte Schwan: "Der ist 28, und der hat noch viel vor sich."

Eigentlich dachte Schwan nicht an den SPD-Chefposten

Die 76-jährige Schwan war 2004 von SPD und Grünen für das Amt der Bundespräsidentin vorgeschlagen worden. Sie unterlag bei der Wahl jedoch Horst Köhler. 2009 trat Schwan noch einmal gegen Köhler an und verlor erneut. Schwan war lange Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Später leitete sie die Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin, die jedoch 2014 pleiteging.

Eigentlich hätte sie sich auch nicht vorstellen können, dass für sie selbst einmal ein Sprung an die SPD-Spitze in Frage komme, sagte Schwan. "Aber es hat mich sehr beunruhigt - nicht nur der Zustand der SPD, sondern dass nach dem Rücktritt von Andrea Nahles keine der Personen, die man dafür für angebracht gehalten hätte, es wollte." Die Vorstellung, dass die SPD "wochenlang" ohne Bewerber für den Parteivorsitz dastehe, nannte Schwan "peinlich und bedrückend". Weiter sagte sie: "Die Situation ist ja wirklich gravierend." Es sei ein großes Risiko, die Partei zu führen, in einer Position, in der es gegenwärtig einfach immer weiter abwärts gehe. Das könne die Karriere unterbrechen oder abbrechen.

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer sagte im ARD-"Morgenmagazin": "Ich bin ganz zuversichtlich, dass es Personen gibt, die großes Interesse und auch Lust haben, die Partei zu führen." Dreyer hatte am Montag zusammen mit den beiden weiteren kommissarischen Parteichefs Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt, dass an der Spitze der SPD künftig auch ein Duo stehen könne. Die neue Parteispitze soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa

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