Politik

Information von Volvo an Moskau Schwede wegen Spionage angeklagt

228093036.jpg

Der schwedische Automobilhersteller Volvo wurde 2010 von dem chinesischen Fahrzeugkonzern Geely aufgekauft.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Ein Mitarbeiter von Volvo und Scania in Schweden soll wertvolle Informationen an Moskau verkauft haben. Nun wird der 47-Jährige angeklagt, nicht von den Konzernen, sondern von der schwedischen Staatsanwaltschaft. Die enge Verbindung der Firmen zum Militär macht den Fall zur Staatsangelegenheit.

Die Staatsanwaltschaft in Schweden hat einen 47-Jährigen wegen Spionage für Russland angeklagt. Der Technikberater soll Informationen über die Lkw-Hersteller Volvo und Scania an Moskau verkauft haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dass Schweden in dem Fall als Ankläger auftritt und nicht die geschädigten Unternehmen, begründete die Anklagebehörde mit einer Gefährdung für die nationale Sicherheit.

"Es handelt sich in diesem Fall um ein Verbrechen, das Schwedens Sicherheit gefährdet. Schweden ist der Geschädigte und nicht die Unternehmen", erklärte Staatsanwalt Mats Ljungqvist. Sowohl Scania als auch Volvo haben Verträge mit dem schwedischen Militär.

Mahlzeit mit Russland

Der Mann war im Februar 2019 festgenommen worden, als er mit einem russischen Diplomaten in Stockholms speiste. Der Diplomat, der im Verdacht steht, ein Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes zu sein, wurde kurzfristig festgenommen, kam aber aufgrund seiner diplomatischen Immunität wieder frei.

Volvo
Volvo 21,00

Staatsanwalt Ljungqvist erklärte, der Angeklagte habe kurz vor seiner Festnahme 27.800 Kronen (rund 2770 Euro) entgegengenommen. Die von ihm verratenen Informationen betrafen demnach den Herstellungsprozess, etwa Quellcodes oder Konstruktionsdetails. "Er ist für diese Informationen gut bezahlt worden, und das zeigt den Wert, den die Russen den gelieferten Informationen beimessen", sagte Ljungqvist.

Laut Anklageschrift kopierte der Mann das Material von seinem Arbeitsrechner auf seinen privaten Computer und danach auf USB-Sticks. Dem Verdächtigen drohen bei einer Verurteilung wegen Spionage bis zu sechs Jahre Gefängnis.

Quelle: ntv.de, cls/AFP