Politik

Phantom-U-Boot erneut gesichtet Schweden ändert Suchstrategie

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Mit Sonar durchkämmen die Schweden ihre Gewässer - bislang ohne Erfolg.

(Foto: picture alliance / dpa)

Noch immer haben die Schweden kein verdächtiges Objekt vor der Küste Stockholms gefunden. Dafür wurde das vermeintliche U-Boot erneut gesichtet. Nun ändern die Schweden ihre Taktik - einige Schiffe brauchen offenbar eine Pause.

Bei der Suche nach einem mysteriösen Unterwasserobjekt in den Stockholmer Schären hat das schwedische Militär jetzt seine Taktik geändert. Einige Schiffe würden zur Wartung in den Militärhafen zurückkehren, sagte der Informationsdirektor der Streitkräfte, Erik Lagersten. Die Besatzungen sollten aber an Bord und in Bereitschaft bleiben. Auch die Boden-, Luft- und Marineeinheiten würden sich weiterhin der Nähe aufhalten. Eine "Entschleunigung der Suche", die bereits sechs Tage dauert, wollte Lagersten das aber nicht nennen.

Die schwedischen Streitkräfte suchen seit Freitag nach einem ausländischen Unterwasserfahrzeug, vermutlich einem U-Boot, in ihren Gewässern. Die schwedischen Behörden geben nicht auf - denn Privatleute haben das Phantom-U-Boot vor der Küste Schwedens erneut gesichtet. Laut einem Bericht des "Svenska Dagbladet" wurde es nahe der Inseln Ingarö, Fågelbrolandet und weiter im Süden nahe Nåttarö gesichtet. Die ersten beiden liegen in der Nähe des Gebietes, in dem das rätselhafte Objekt zuerst gesichtet worden war. Die Insel Nåttarö liegt Luftlinie etwa 50 Kilometer südlich.

Der schwedische Konteradmiral und stellvertretende Leiter der Suchaktion, Anders Grenstad,  zog daraus einen drastischen Schluss: Die insgesamt fünf Beobachtungen zeigten, dass "etwas oder jemand" die territoriale Integrität des Landes verletzt habe, sagte er laut "Svenska Dagbladet".

Armee zu Waffeneinsatz bereit

Daher solle die Suche bis auf Weiteres fortgesetzt werden. Beweise für die Theorie, dass es sich um einen russischen Spionageangriff handelt, liegen aber noch immer nicht vor. Die Kriegsschiffe, die nach dem vermeintlichen U-Boot suchen, haben noch nichts gefunden - jedesmal sichteten Privatleute das verdächtige Objekt. Offenbar setzt die Marine auch Taucher ein, um nach dem Objekt zu suchen.

Ziel sei es, das Objekt sicherzustellen, sagte Oberbefehlshaber Sverker Göranson laut der Zeitung vor dem Verteidigungsausschuss. In schwedischen Gewässern sei man zudem bereit, ohne Warnung Waffen einzusetzen. In den eigenen Gewässern sei es völlig legitim das zu tun, sagte er demnach auf die Frage, ob es nicht riskant sei, Waffen gegen eine ausländische Macht zu nutzen. Man wolle das schwimmende Objekt aber bekommen, ohne Menschen oder Material Schaden zuzufügen, zitiert ihn die Zeitung.

Experten glauben, dass das Militär mehr weiß, als es sagt. Die Armee habe mehrfach deutlich gemacht, dass sie nicht zu viele Informationen herausgeben wolle, damit der Gegner nicht profitiert, sagte Stefan Ring von der Universität der schwedischen Armee dem "Aftonbladed".

Quelle: ntv.de, vpe/fma/dpa

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