Politik

Helfer mit ertrunkenem Baby Sea Watch zeigt erschütterndes Foto

sea watch 1.jpg

Dieses Foto veröffentlichte die Organisation Sea Watch.

(Foto: AP)

Seit der Winter vorüber ist, versuchen wieder Tausende Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen - viele von ihnen schaffen es nicht. Wie ein kleines Baby, das Freiwillige der Hilfsorganisation Sea Watch nun geborgen haben.

Die deutsche Organisation Sea Watch hat das Bild eines im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingsbabys veröffentlicht und damit die EU dringend zum Handeln aufgefordert. "Wenn wir solche Bilder nicht mehr sehen wollen, müssen wir aufhören, sie zu produzieren", erklärte Sea-Watch. Das Bild zeigt einen Rettungshelfer an Bord eines Bootes, der ein totes Baby im Arm hält. Er hält den Kopf gesenkt und blickt das Kind an.

Das Baby, dessen Alter und Identität unklar blieb, war nach Angaben von Sea-Watch gemeinsam mit rund 350 Flüchtlingen an Bord eines Holzbootes, das Ende vergangener Woche vor der libyschen Küste kenterte. Als das Rettungsboot von Sea-Watch die Schiffbrüchigen erreicht habe, seien viele Menschen bereits ertrunken gewesen, erklärte die Organisation, ohne genaue Angaben zur Zahl der Toten machen zu können.

Vor dem Hintergrund solcher Tragödien werde klar, dass Aufrufe von EU-Politikern, dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu bereiten, lediglich "Lippenbekenntnisse" seien, erklärte Sea-Watch. Die Gruppe verteidigte zudem die Veröffentlichung des erschütternden Bildes mit der Dramatik der Ereignisse. Die europäische Gesellschaft müsse sich solche Bilder anschauen, denn diese Tragödien seien "Konsequenz der europäischen Außenpolitik".

Sea-Watch erklärte, lediglich die Einführung neuer Systeme, die einen "legalen und sicheren Eintritt in die EU" ermöglichen, könnten diese humanitäre Tragödie beenden. Im vergangenen Jahr war das Bild des kleinen syrischen Jungen Aylan Kurdi um die Welt gegangen und zum Symbol der Flüchtlingskrise geworden. Der Dreijährige war ertrunken an einem türkischen Strand gefunden worden.

Bei dem Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, sind in diesem Jahr nach UN-Angaben bereits mehr als 2500 Menschen ums Leben gekommen. Gleichzeitig hätten seit Anfang des Jahres 204.000 Schutzsuchende über den Seeweg die EU erreicht, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP

Mehr zum Thema