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Gefahr für Clinton? Secret Service hat Trump im Auge

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Donald Trump provoziert mit einer zweideutigen Aussage. Viele interpretieren diese als Aufruf, Hillary Clinton zu töten. Trump nennt das Blödsinn und sagt, er habe es ganz anders gemeint. Dennoch horchen die Beschützer der Präsidentschaftskandidaten nun auf.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den Secret Service auf den Plan gerufen. Aufgabe der Behörde ist es unter anderem, den US-Präsidenten und seine potenziellen Nachfolger zu beschützen. Nun beschäftigt den Secret Service eine zweideutige Aussage von Trump, die als Aufruf zur Gewalt gegen seine Konkurrenz verstanden werden kann.

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Trump hatte der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton am Dienstag vorgeworfen, sie wolle den Bürgern das Recht nehmen, Waffen zu besitzen. Dieses Recht ist im zweiten Verfassungszusatz verankert. Und den wolle Clinton streichen, behauptete Trump: "Falls sie dazu kommt, ihre Richter auszuwählen, könnt ihr nichts machen, Leute", so Trump auf einer Wahlveranstaltung in North Carolina. Daraufhin fügte er hinzu: "Obwohl, vielleicht die Unterstützer des Zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht ist es das. Ich weiß es nicht."

Selbst Anhänger Trumps bei der Wahlveranstaltung zuckten bei dieser zweideutigen Aussage zusammen. In den sozialen Netzwerken warfen Nutzer Trump vor, zu Tötung Clintons oder der Richter aufgerufen zu haben.

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Schließlich reagierte auch der Secret Service: Man sei sich der Kommentare bewusst, die kurz zuvor gemacht wurden, hieß es bei Twitter. Zuvor hatte unter anderem der demokratische Kongress-Abgeordnete Eric Swalwell den Secret Service aufgefordert, gegen Trump zu ermitteln. Ob der Secret Service dem nachkommt oder Ermittlungen erwägt, ist jedoch unklar. Clintons Wahlkampfteam nannte Trumps Äußerung "gefährlich". "Jemand, der Präsident der Vereinigten Staaten werden will, sollte in keiner Weise Gewalt empfehlen."

Trump widerspricht

Trumps Wahlkampfteam wies die Vorwürfe entschieden zurück. Es sei nicht um Gewalt, sondern die politische Macht der Wähler gegangen. Auch der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani sprang Trump bei. Er sagte, Trump habe mit seiner Äußerung darauf hingewiesen, dass die Bürger die Macht hätten, gegen Clinton zu stimmen. Die US-Medien hätten Trumps Äußerung aus dem Zusammenhang gerissen, um Clinton zu helfen.

Trumps Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, Mike Pence, sagte dem Sender NBC auf die Frage, ob er glaube, dass Trump zu Gewalt gegen Clinton aufstacheln wollte: "Natürlich nicht. Nein." Der republikanische Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, sagte: "Es klingt wie ein missratener Scherz."

Trump selbst wies alle Vorwürfe zurück. Er sagte später dem Sender Fox, "niemand in dem Raum" habe den Gedanken gehabt, er könne etwas anderes gemeint haben als für Unterstützung gegen Clinton zu werben.

Der ehemalige CIA-Direktor Michael Hayden ließ das jedoch nicht gelten. Er sagte dem Sender CNN, man sei nicht nur für das verantwortlich, was man sage. "Du bist auch für das verantwortlich für das, was die Leute hören."

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa

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