Politik

"Nicht abstrakt, nicht verschwurbelt" Seehofer lobt Trumps Ausdrucksweise

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Bekannt für seine drastische Ausdrucksweise: Donald Trump.

(Foto: AP)

Der künftige US-Präsident Trump gilt gemeinhin nicht als Freund ausgefeilter Rhetorik. Doch nun bekommt der Milliardär ausgerechnet für seine Sprache ein Lob von höchster Stelle aus Bayern.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat den künftigen US-Präsidenten Donald Trump gelobt. "Mir gefällt, dass er die Menschen direkt anspricht und ihre Lebensrealität berücksichtigt. Nicht abstrakt, nicht verschwurbelt, sondern mit konkreten Antworten. Das finde ich gut", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Passauer Neuen Presse".

"Die Menschen haben die ausdruckslose Lyrik satt, die in Deutschland verwendet wird, nur damit man keine hohen Wellen schlägt", sagte Seehofer weiter. "Die Leute wollen heraus aus dem Ungefähren ins Konkrete."

Trump hatte sich im Wahlkampf oft drastisch geäußert. Mexikaner bezeichnete er als Drogenhändler und Vergewaltiger, vom ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John McCain, einem hochdekorierten Vietnamveteran, sagte er, dieser sei kein Kriegsheld. Seinen Herausforder um die Präsidentschaftsbewerbung, Ted Cruz, nannte er mehrfach "Lügen-Ted", die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bezeichnete er als "betrügerische Hillary". Auf Bundeskanzlerin Angela Merkel schimpfte er ein und nannte sie via Twitter "Die Person, die Deutschland ruiniert hat".

"Wir sollten ihm eine Chance geben"

Seehofer forderte, den frei gewählten US-Präsidenten "nicht in Bausch und Bogen" zu verurteilen, bevor er sein Amt überhaupt angetreten habe. "Wir sollten ihm eine Chance geben. Die praktische Politik ist der Maßstab der Bewertung." Eine ähnliche Aufforderung hatte er auch  - im Gegensatz zu vielen anderen Politikern aus Deutschland und Europa - bereits kurz nach der Wahl geäußert. "Mein Plädoyer ist: Waren wir doch die praktischen Handlungen ab", so Seehofer damals.

Seehofer hat Trump auch bereits nach Bayern eingeladen. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe vor einigen Tagen berichtet hatte, hatte Seehofer Trump nach dessen Wahl gratuliert und betont, dass dieser "jederzeit im Freistaat Bayern willkommen" sei.

Seehofer habe als konkrete Gelegenheit für einen Besuch die Münchner Sicherheitskonferenz im kommenden Februar benannt. Die Tagung findet vom 17. bis 19. Februar statt, vier Wochen vorher wird Trump vereidigt. Zu dem Termin kommen jedes Jahr zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Außen- und Verteidigungsminister und hochrangige Militärvertreter aus aller Welt nach München.

In den vergangenen Monaten hatte Seehofer unter anderem den ungarischen Regierungschef Viktor Orban eingeladen. Außerdem hatte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland besucht.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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