Politik
Seehofer blickt durchaus wehmütig auf den Tag.
Seehofer blickt durchaus wehmütig auf den Tag.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 13. März 2018

"Das Werk ist vollbracht": Seehofer tritt in Bayern ab

Seit 2008 führt Horst Seehofer die Geschicke in Bayern. Mit seinem Einzug in die neue Bundesregierung endet dieses Kapitel nun. Doch er werde weiter ein Auge auf den Freistaat haben - und volle Fördertöpfe.

Nach nicht ganz zehn Jahren hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Kabinettssitzung seinen Posten geräumt. "Das Werk ist vollbracht", sagte der 68-Jährige. Der CSU-Chef wechselt nach Berlin in die Bundesregierung und wird ein aufgewertetes Innenministerium leiten. Zum Abschied aus dem Freistaat gab er seinem designierten Nachfolger Markus Söder noch ein paar Tipps mit auf den Weg - ohne diese so zu nennen und lobte - sich.

Er räume gern ein, dass ihm der Spruch, Wechsel gehörten zum Leben, bei anderen leicht über die Lippen gegangen sei. Doch sein Abschied sei für ihn eine "Zäsur, die ein Stück auch unter die Haut geht" und ihn "gefühlsmäßig erfasst". Er werde "weiter auf Bayern schauen und Bayern unterstützen, wo immer ich kann". Denn 74 Prozent der verfügbaren Investitionssumme stamme aus den Ministerien für Bau und Verkehr - und beide sind in CSU-Hand.

Das um die Komponente Bau und den neugeschaffenen Bereich Heimat erweiterte Bundesinnenministerium werde groß sein. Doch das schrecke ihn nicht. Immerhin habe er sich "selbst darum bemüht, dass es größer wird". In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass es noch nie ein Ministerium mit acht Staatssekretären gegeben habe.

Seinem Nachfolger Markus Söder wünsche er "Gottes Segen" und eine gute Hand. Was dies bedeutet, umriss Seehofer wie folgt: Er habe immer betont, dass Bayern mit "zwei Flügeln atmet" - einem sozialen und einem wirtschaftlichen. "Ich hatte immer die kleinen Leute im Blick. Sie sind die Mitte der Gesellschaft." Und schließlich könne eine Gesellschaft nur blühen, "wenn Recht und Ordnung walte", und zwar nicht nur auf dem Papier.

Seehofer wird voraussichtlich am morgigen Mittwoch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum neuen Bundesinnenminister ernannt. Markus Söder soll am Freitag zum neuen Ministerpräsidenten in Bayern gewählt werden.

Quelle: n-tv.de