Politik

Folgt den Besatzern in den Tod Selenskyj droht Unterstützern Russlands

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seit Beginn des Krieges regelmäßig Videobotschaften veröffentlicht.

(Foto: dpa)

Appelle, Bitten und Durchhalteparolen - der ukrainische Präsident richtet sich in seinen Reden eigentlich an das eigene Volk und die westlichen Unterstützer. Nun droht er den Unterstützern Russlands in der Ukraine.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat möglichen Kollaborateuren und Unterstützern Russlands in der Ukraine gedroht. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer Videobotschaft. "Das Urteil lautet, mehr als 12.000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte."

Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12.000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien. Dies ist nicht unabhängig zu prüfen.

Selenskyj bezog sich in seinen Aussagen auf jüngste Ereignisse in den von Russland besetzten Territorien der Region Cherson im Süden des Landes. Russland versuche dort, die "traurige Erfahrung der Bildung von Pseudo-Republiken zu wiederholen", erpresse lokale Politiker, übe Druck auf Abgeordnete aus und suche nach jemandem, den es bestechen könne, um eine "Volksrepublik Cherson" zu gründen.

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Das nahe der von Russland annektierten Halbinsel Krim gelegene Cherson war als erste Großstadt der Ukraine nach dreitägiger Belagerung Anfang März von der russischen Armee eingenommen worden. In der Hafenstadt leben 290.000 Menschen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sprach von einem Volksentscheid, den Russland inszenieren wolle. Da es dafür keinerlei Unterstützung in der Bevölkerung gebe, werde das Referendum komplett gefälscht werden, sagte Kuleba.

Der ukrainische Präsident erwähnte aber auch die von Russland besetzte Stadt Melitopol. Der Bürgermeister der Stadt in der Region Saporischtscha war nach Angaben Kiews am Freitag entführt worden. Am Samstag erklärte die lokale Abgeordnete Halyna Daniltchenko in einer Videobotschaft, ein "Komitee der Volksdeputierten" einzurichten, das die Stadt regieren soll, schreibt die "Ukrajinska Prawda". Demonstranten gegen die russischen Truppen nannte sie demnach "Extremisten". Selenskyj sagte in Richtung Russland und möglicher Unterstützer Moskaus, die Ukraine werde niemandem vergeben, nicht vergessen und jeden finden und zur Verantwortung ziehen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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