Politik

Brand auf AKW-Gelände Selenskyj wirft Russland "Nuklear-Terror" vor

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Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas.

(Foto: imago images / Ukrinform)

Die Ukraine macht nach einem Feuer auf dem Gelände der Atomkraftanlage Saporischschja das russische Militär dafür verantwortlich. "Sie wissen, wohin sie schießen, sie haben sich darauf vorbereitet", sagt Präsident Selenskyj in einer Videobotschaft. Auch US-Präsident Biden schaltet sich ein.

Nach Schüssen auf dem Gelände des Atomkraftwerks von Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland "Nuklear-Terror" vorgeworfen. Kein anderes Land der Welt habe jemals Atomanlagen beschossen, sagte Selenskyj in einer in der Nacht veröffentlichten Videobotschaft. "Der Terroristen-Staat verlegt sich jetzt auf Nuklear-Terror." Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl "wiederholen".

Weiter sagte er: "Da sind mit Wärmebildkameras ausgestattete Panzer. Das heißt, sie wissen, wohin sie schießen, sie haben sich darauf vorbereitet." Unabhängig überprüfen ließen sich diese Aussagen zunächst nicht. "Europa muss jetzt aufwachen", sagte Selenskyj.

In Europas größtem Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja war nach einem mutmaßlichen russischen Angriff ein Feuer ausgebrochen. Nach Behördenangaben ist die Lage jedoch unter Kontrolle, der Brand sei gelöscht und habe nicht die Atomreaktoren betroffen. Großbritannien forderte aufgrund des Angriffs eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Das "rücksichtslose" Verhalten von Russlands Präsident Wladimir Putin könne "direkt die Sicherheit von ganz Europa bedrohen", erklärte das Büro von Premierminister Boris Johnson.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, nach Angaben der ukrainischen Regierung sei in der Umgebung der Anlage keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Die Behörde forderte ein Ende jeglicher Kampfhandlungen rund um das Atomkraftwerk und warnte vor "ernster Gefahr", sollten Reaktoren getroffen werden.

US-Präsident Joe Biden forderte Russland auf, seine militärischen Aktivitäten in dem Gebiet um das Kernkraftwerk einzustellen. In einem Telefonat mit Selenskyj habe Biden sich "über den aktuellen Stand des Brandes" in der Atomanlage erkundigt, teilte das Weiße Haus mit. Die russische Armee müsse Feuerwehrleuten und Rettungskräften den Zugang zu dem Gelände ermöglichen, so Biden. Der US-Präsident sprach außerdem mit der Leiterin der Nationalen Verwaltung für Nukleare Sicherheit der USA, Jill Hruby.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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