Politik
Hat Jeff Sessions gelogen?
Hat Jeff Sessions gelogen?(Foto: imago/Xinhua)
Samstag, 22. Juli 2017

Russlandaffäre der US-Regierung: Sessions soll Wahlkampf besprochen haben

Nach seiner Ernennung zum Justizminister gibt Jeff Sessions zu, im Wahlkampf mit Russlands US-Botschafter gesprochen zu haben. Anscheinend waren die Gespräche aber umfangreicher als bisher bekannt. Die US-Geheimdienste haben mitgehört.

In der Russlandaffäre um US-Präsident Donald Trump wirft ein neuer Bericht Zweifel an der Darstellung von Justizminister Jeff Sessions zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in den USA auf. Die "Washington Post" berichtete, US-Geheimdienste hätten Gespräche des russischen US-Botschafters Sergej Kisljak abgehört. Dieser habe gegenüber seinen Vorgesetzten angegeben, mit Sessions 2016 Wahlkampf-Themen besprochen zu haben, darunter auch solche, die für die Regierung in Moskau wichtig gewesen seien.

Zum fraglichen Zeitpunkt gehörte der damalige Senator Trumps Wahlkampfteam als politischer Berater an. Sessions hatte mehrfach bestritten, mit Kisljak über Themen gesprochen zu haben, die den Wahlkampf betrafen. Regierungsbeamte sagten der Zeitung aber auch, dass der russische Botschafter die Begegnungen mit Sessions in seinen Gesprächen mit den Vorgesetzten übertrieben oder falsch dargestellt haben könnte.

Die Russlandaffäre belastet den Präsidenten seit Monaten. US-Geheimdienste sind überzeugt, dass die Regierung in Moskau sich in den Wahlkampf eingemischt hat, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Außerdem steht der Verdacht im Raum, dass es Absprachen zwischen russischen Vertretern und Trumps Mitarbeitern gegeben haben soll. Die bislang konkretesten Hinweise dafür lieferten kürzlich veröffentlichte E-Mails von Trumps ältesten Sohn Donald Trump Jr

Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es Absprachen zwischen Vertretern aus Trumps Wahlkampflager und Russland gab.

Sessions steht wegen der Russlandaffäre stark unter Druck. In einem Interview mit der "New York Times" war Trump diese Woche öffentlich auf Distanz zu seinem Justizminister gegangen. Hintergrund ist Sessions' Entscheidung vom März, sich wegen Befangenheit aus den Russland-Ermittlungen des FBI herauszuhalten. Der 70-Jährige hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem seine Treffen mit Kisljak öffentlich geworden waren.

Quelle: n-tv.de

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