Politik

Von der Vergangenheit eingeholt Shanahan wird nicht Verteidigungsminister

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Patrick Shanahans Nachfolger steht schon fest, wie US-Präsident Trump verkündete.

(Foto: AP)

Er setzt US-Präsident Trumps Politik um, sendet weitere Truppen in den Nahen Osten. Trotzdem ist für den kommissarischen Verteidigungsminister Shanahan nun Schluss. Das liegt offenbar nicht an seinen Fähigkeiten als Minister, sondern hat wohl einen privaten Hintergrund.

Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan wird Präsident Donald Trump zufolge nicht für das Amt zur Verfügung stehen. Shanahan verzichte darauf, den Nominierungsprozess weiterzuverfolgen, schrieb Trump auf Twitter. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Er dankte dem scheidenden Minister für "herausragende" Arbeit.

Neuer amtierender Chef im Pentagon werde Heeres-Staatsekretär Mark Esper. In den USA müssen Minister vom Senat bestätigt werden. Shanahan übte das Amt seit Jahresbeginn kommissarisch aus. Sein Vorgänger James Mattis war unter anderem wegen Differenzen mit Trump über dessen Plan für einen Abzug der US-Truppen aus Syrien zurückgetreten.

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Unter Shanahans Leitung weiteten die US-Streitkräfte in den vergangenen Wochen ihre Präsenz in der Golfregion deutlich aus. Begründet wurde dies von der US-Regierung mit einer angeblich vom Iran ausgehenden Bedrohung für die US-Truppen in der Region. Noch vor einem Monat hatte Trump verkündet, dass er Shanahan für die dauerhafte Übernahme des Ministerpostens nominieren wolle. Shanahan zeigte sich damals "geehrt".

Der Präsident schrieb auf Twitter, Shanahan habe einen "wundervollen Job" gemacht. Die geschäftsführende Leitung des Pentagons werde Mark Esper übernehmen. Esper ist bisher "Secretary of the Army" und damit der hochrangigste Zivilist im US-Heer, der direkt dem Verteidigungsminister unterstellt ist.

Trump sagte vor seinem Abflug zu einer Wahlkampfveranstaltung in Florida, er habe Shanahan nicht um dessen Rückzug gebeten. Bei dessen Entscheidung hätten Familienangelegenheiten eine Rolle gespielt. Shanahan teilte mit, er gehe davon aus, dass der Nominierungsprozess im US-Senat "meine drei Kinder gezwungen hätte, ein traumatisches Kapitel in unserem Familienleben wieder zu durchleben, und Wunden wieder geöffnet hätte, die Jahre zur Heilung benötigten".

Mutter in Blutlache zurückgelassen

Wie die "Washington Post" berichtet, sollen mehrere Fälle häuslicher Gewalt mit der Entscheidung Shanahans zusammenhängen, nicht endgültig das Ministeramt antreten zu wollen. Demnach soll der 56-Jährige von seiner heutigen Ex-Frau unter anderem ins Gesicht geschlagen worden sein. Ein Streit im August des Jahres 2010 sei derart eskaliert, dass seine Frau sowohl Gewalt gegen ihn anwendete als auch seine Sachen aus dem Fenster schmiss.

Zudem soll es im November 2011 - an einem Zeitpunkt als die Eheleute Shanahan bereits getrennt voneinander lebten - zu einem verheerenden Vorfall gekommen sein. Die US-Zeitung berichtet, dass der damals 17-jährige Sohn seine Mutter mehrmals mit einem Baseballschläger schlug und sie im Anschluss in einer Blutlache liegend zurückließ. Sie sei mit einer Schädelfraktur und einem gebrochenen Ellbogen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Patrick Shanahan habe in den Tagen und Wochen nach dem Gewaltakt seinen Sohn verteidigt. Dieser wurde zu 18 Monaten in einer Art Jugendanstalt in Florida und einer vierjährigen Bewährung verurteilt. Strafen, die im Nachgang noch abgemildert wurden. Die Mutter selbst soll im Laufe der Jahre das Sorgerecht für das jüngste Kind mit Shanahan verloren haben. Hintergrund sei ihr schädliches Konfliktverhalten. Inzwischen sei sie im Gegensatz zu ihrem früheren Ehemann von den gemeinsamen drei Kindern entfremdet.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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