Politik

Steinmeier im Interview "Sie sind die Erste, die mich das fragt"

Wird Außenminister Steinmeier sich bei Donald Trump dafür entschuldigen, dass er ihn "Hassprediger" genannt hat? Wie lange wird in Syrien noch gekämpft? Und wird er im Februar zum Bundespräsidenten gewählt? Steinmeier im Interview bei n-tv.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich abwartend über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA geäußert. "Sicherlich werden uns die Fernwirkungen dieses Erdbebens hier in Europa erreichen", sagte er bei n-tv. Bisher sei "nicht so recht erkennbar", wer die außenpolitischen Berater des künftigen US-Präsidenten Donald Trump seien. "Wir müssen also mit dem leben, was wir im Wahlkampf gehört haben. Und da war ja auch durchaus vieles Widersprüchliche enthalten."

Steinmeier hatte Trump während des Wahlkampfes als "Hassprediger" bezeichnet. Auf die Frage, ob er sich dafür entschuldigen müsse, sagte der Außenminister: "Wir haben wahrscheinlich nie einen Wahlkampf erlebt, weder in den USA noch in Europa, in dem die Gräben zwischen den politischen Wettstreitern so tief gegraben worden sind, wo die Konfrontation so hart und unnachgiebig gewesen ist. Da war viel Hass und ich glaube das ist ein Eindruck, den ich nicht alleine hatte." Zugleich sagte Steinmeier, die Bundesregierung werde "selbstverständlich umgehen mit dieser neuen amerikanischen Regierung".

Mit Blick auf den Krieg in Syrien sagte Steinmeier: "Ich höre manchmal von einigen selbsternannten Experten: Der Krieg ist in einer Phase, da muss man warten, dass er ausblutet. Ich finde das zynisch und das kann kein Ratschlag für Außenpolitiker mit Verantwortung sein." Das Erreichen eines Waffenstillstandes sei schwierig, weil es nicht nur ein syrischer Bürgerkrieg sei. "Viele haben ihre Finger im Spiel, viele arabische Golfstaaten mit ihren Interessen, Iran, Russland, sicherlich auch die Türkei."

Angesprochen auf etwaige Ambitionen auf das Amt des Bundespräsidenten antwortete Steinmeier mit dezenter Ironie: "Sie sind die Erste, die mir diese Frage stellt." Er konzentriere sich auf seine Arbeit als Außenminister. "Alles andere wäre nicht verantwortlich. Die Parteivorsitzenden sitzen an diesem Wochenende wieder zusammen und ich denke, wir alle haben die notwendige Geduld, um auf Entscheidungen und Ergebnisse dieser Gespräche zu warten."

Hier sehen Sie das vollständige Interview.

Quelle: ntv.de, hvo

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