Politik

Was ist den Frauen passiert? Sieben Verfahren wegen K.-o.-Tropfen bei SPD-Fest

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Einen gelungenen Abend hatten beim SPD-Fraktionsfest längst nicht alle Anwesenden.

(Foto: Per Jacob Blut/snice)

Auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung wartet die Polizei noch, dennoch laufen Ermittlungen. Nachdem beim Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion 14 Personen die Symptome eines Angriffs mit K.-o.-Tropfen erlitten haben, sind inzwischen mehrere Verfahren auf den Weg gebracht worden.

Gut zwei Wochen nach den mutmaßlichen Vorfällen mit K.o.-Tropfen auf einem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion ermittelt die Berliner Polizei in sieben Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung. Das teilte die Behörde auf Anfrage mit. Insgesamt habe die Polizei von 14 Fällen wegen Unwohlseins und Erinnerungslücken erfahren. Bei der Hälfte davon habe sich der Verdacht jedoch - etwa durch Befragung der Betroffenen - nicht bestätigt, dass auch in diesen Fällen solche Tropfen der Grund dafür sein könnten.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde bei der Kriminalpolizei 2 (West) eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Diese werte unter anderem Foto- und Videomaterial aus und befrage Betroffene, Gäste sowie Beschäftigte. Bislang richten sich die Ermittlungsverfahren gegen eine unbekannte Person, wie es von der Polizei hieß. Ergebnisse einer Blutuntersuchung von einer 21-Jährigen lagen den Ermittlern laut Polizei noch nicht vor.

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Diese hatte sich unmittelbar am Tag nach dem Fest (6. Juli) bei der Polizei gemeldet und auch im Krankenhaus untersuchen lassen. Sie hatte Übelkeit, Schwindel und Gedächtnisverlust gespürt. Nach Angaben der Polizei soll sie keine alkoholischen Getränke bei dem Fest getrunken haben. Laut Polizei haben wohl weitere Frauen ihr Blut untersuchen lassen. Die Ergebnisse lägen den Ermittlern aber nicht vor.

Als K.o.-Tropfen werden verschiedene Arten von Drogen bezeichnet, etwa Ketamin, ein Narkosemittel aus der Tiermedizin, und GHB (Gammahydroxybuttersäure), umgangssprachlich Liquid Ecstasy genannt. In Clubs werden die Mittel in niedrigeren Dosierungen auch freiwillig als Partydrogen genommen. Täter schütten die Substanzen ihren Opfern heimlich in Getränke, um sie zu betäuben oder wehrlos zu machen. Tatorte sind meist Kneipen, Bars und Clubs.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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