Politik

Grundsatz Einsicht und Erfahrung Sinn: "Klimaziele ohne AKW nicht erreichbar"

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Blick von Edenkoben auf die Dampfwolke des Kernkraftwerkes Philippsburg.

(Foto: imago images/sepp spiegl)

Atomausstieg - ja oder nein? Für den Ökonomen Sinn ist die Antwort klar. Er äußert sich nicht nur kritisch zu den Atomausstiegsplänen der Bundesregierung, sondern prognostiziert sogar, dass die angestrebten Klimaziele in Deutschland auf diese Art und Weise nicht erreichbar sind.

Deutschland kann nach Meinung des Ökonomen Hans-Werner Sinn seine Klimaziele ohne Atomkraft nicht erreichen. Der frühere Präsident des Münchner Ifo-Instituts sagte der "Passauer Neuen Presse": "Es wird nicht anders gehen. Man kann nicht gleichzeitig aus der Kohle und der Atomenergie aussteigen und dann zusätzlich noch mit dem Umstieg auf Elektroautos den Stromverbrauch massiv erhöhen."

Sinn verwies in dem Gespräch auf den Grundsatz Einsicht oder Erfahrung und sagte: "Man hätte es sich vorher überlegen und auf den Atomausstieg verzichten sollen. Jetzt wird man damit scheitern und sich eine blutige Nase holen." Zudem werde man auf dem eingeschlagenen Weg die Klimaziele nicht erreichen: "Spätestens in zehn Jahren werden die Menschen erkennen, dass das nicht klappt." Das müssten auch die Grünen einsehen, sagte der 71-Jährige.

Am Mittwoch hatte die Bundesregierung Spekulationen über eine Abkehr vom Atomausstieg wegen des Klimaschutzes eine klare Absage erteilt. Zuvor hatte der CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer den 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossenen Atomausstieg infrage gestellt. Er wäre unter Umständen offen dafür, auch in Zukunft Kernkraftwerke zu betreiben, sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "An mir und an der Unionsfraktion wird es nicht scheitern."

Quelle: ntv.de, jaz/dpa