Politik

Kommunalwahl in Südafrika Skandal-Präsident Zuma muss zittern

Rekordverdächtige 26 Millionen Südafrikaner haben sich zur Stimmabgabe registrieren lassen.

Rekordverdächtige 26 Millionen Südafrikaner haben sich zur Stimmabgabe registrieren lassen.

(Foto: imago/Xinhua)

Südafrika leidet unter hoher Arbeitslosigkeit und den Korruptionsskandalen der regierenden Partei ANC. Viele Wähler sind frustriert und der Ansturm auf die Wahllokale ist groß. Nun muss Präsident Zuma um seine Macht fürchten.

Mit reger Beteiligung sind die Kommunalwahlen in Südafrika angelaufen. Bereits vor der Öffnung der Wahllokale am Morgen bildeten sich mancherorts lange Schlangen. Rund 26 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Mit Spannung wird das Ergebnis für die Regierungspartei ANC von Präsident Jacob Zuma erwartet.

Für Zuma, der in seinem Heimatort Nkandla in der Provinz KwaZulu-Natal wählte, steht viel auf dem Spiel. Sollte der Afrikanische Nationalkongress (ANC) hohe Verluste erleiden, könnten Rufe nach seinem Rücktritt lauter werden. Zahlreiche Korruptionsskandale haben dem Ansehen der Partei geschadet. Zudem wächst der Unmut der Bevölkerung angesichts einer Arbeitslosenquote von knapp 27 Prozent. Die Wirtschaft stagniert. Selbst ausländische Investoren wurden durch die politische Misswirtschaft vorsichtiger.

Vor manchen der rund 22.600 Wahllokale gab es ein hohes Polizeiaufgebot, wie örtliche Medien berichteten. Zwischenfälle wurden zunächst nicht gemeldet. Beobachter hatten im Vorfeld der Wahl befürchtet, dass es bei einer Niederlage des ANC zu Ausschreitungen kommen könnte. Die Wahllokale schließen am Abend, erste Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet. Der ANC könnte erstmals in mehreren der acht großen von insgesamt 259 Kommunen Niederlagen erleiden, darunter auch in der Hauptstadt Pretoria und in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg.

Derzeit regiert die führende Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), unter den Großstädten nur Kapstadt. Die DA galt lange als eine weiße Partei. Doch auch die wachsende schwarze Mittelschicht tendiert immer mehr dazu, die Partei zu wählen. An der Parteispitze steht mittlerweile ein Schwarzer, Mmusi Maimane. Die linkpopulistischen Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) wurden bereits ein Jahr nach ihrer Gründung 2013 die drittgrößte Partei des Landes. Die EFF wird vom einstigen Anführer der ANC-Jugendliga, Julius Malema geleitet.

Quelle: n-tv.de, sro/dpa

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