Politik

Infografiken zur Landtagswahl So sieht Sachsen unter der Datenlupe aus

Tag der Entscheidung an der Elbe: In Sachsen öffnen am Sonntag die Wahllokale. Umfragen sagen den beiden bisher regierenden Parteien CDU und SPD herbe Stimmverluste voraus. Wie geht es den Sachsen?

Kurz vor der anstehenden Landtagswahl richten sich alle Augen Richtung Dresden: Der Freistaat Sachsen, das wirtschaftlich stärkste Bundesland im Osten, steuert auf einen politischen Umbruch zu. Im Dresdner Landtag dürfte die bisher regierende Koalition aus CDU und SPD keinen Bestand haben. Zwar werden die Christdemokraten aller Voraussicht nach weiterhin den Regierungschef stellen. Doch der bisher amtierende Ministerpräsident Michael Kretschmer muss sich wohl nach einem Dreier-Bündnis umschauen.

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In Sachsen ist die CDU seit der Wiedervereinigung ununterbrochen an der Macht. In diesen Jahren hat sich das Land auf vielen Ebenen verändert und entwickelt. Wie schlägt sich der Freistaat, der seit der Wiedervereinigung keinen größeren Wechsel mehr auf Landesebene gesehen hat, mit Blick auf ausgewählte Wirtschafts- und Strukturdaten?

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Vor der Wende bildete Sachsen das wirtschaftliche Rückgrat der DDR. Nach 1990 stand das Bundesland jedoch wie alle neuen Länder vor gigantischen Herausforderungen. Inzwischen ist die Wirtschaftskraft Sachsens so groß wie in keinem anderen Bundesland im Osten.

Das Bruttoinlandsprodukt ist - in absoluten Zahlen gemessen - sogar höher als in einer Reihe von westdeutschen Ländern. Pro Kopf gerechnet, gehört Sachsen jedoch weiterhin zu den Schlusslichtern in Deutschland, zumindest was die Kennzahlen auf Landesebene betrifft.

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Der wirtschaftliche Erfolg ist in Sachsen bei Weitem nicht gleich verteilt. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass allein schon in der Bevölkerungsstruktur sehr große Unterschiede zwischen Stadt und Land bestehen.

Demografisch ist Sachsen tatsächlich recht heterogen: Neben den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz gibt es viele Mittel- und Unterzentren. Dünn besiedelte Regionen finden sich vor allem in der Lausitz und in Teilen des Erzgebirges an der tschechischen Grenze.

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Dort liegen auch jene Gegenden, die sachsenweit das höchste Durchschnittsalter aufweisen. Fehlende wirtschaftliche Perspektiven und die jahrelange Abwanderung der Jungen und Beweglichen haben auf dem Land ihre Spuren hinterlassen. In vielen Kleinstädten und vor allem in den strukturschwächeren Gemeinden liegt das Durchschnittsalter mittlerweile deutlich über 50 Jahre.

Eine Präferenz zur AfD lässt sich jedoch aus Bevölkerungsdichte oder Überalterung nicht ableiten. Insgesamt ist jedoch auffällig, dass die Partei vor allem im Osten des Bundeslandes punkten kann. Dort haben bei der vergangenen Europawahl teilweise mehr als 40 Prozent der Stimmberechtigten die AfD gewählt.

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Vergleicht man die Wahlergebnisse der vergangenen Landtagswahlen, der Bundestagswahl 2017 und der Europawahl 2019 miteinander, ergibt sich hingegen ein differenziertes Bild. Zwischen der Landtagswahl 2014 und der Bundestagswahl 2017 konnten nur AfD und FDP zulegen. Zwischen Bundestagswahl und Europawahl 2019 verlieren dann alle Parteien bis auf die Grünen. Auch die AfD musste in diesem Zeitraum von 27 Prozentpunkten auf 25,3 leicht einbüßen.

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Wie die Parteien beim Urnengang am Sonntag in Sachsen abschneiden, wird sich erst am Wahlabend zeigen. Insgesamt 19 Parteien stehen zur Wahl. Abhängig sind die Ergebnisse auch von der Wahlbeteiligung. Im Bundesländervergleich gingen bei den jeweils jüngsten Landtagswahlen nirgendwo so wenige Wahlberechtigte zu den Urnen wie in Brandenburg und Sachsen.

Bei der zurückliegenden Landtagswahl 2014 machten in Sachsen nur 49,1 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Allerdings zeichnete sich bereits bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren ein Aufwärtstrend ab: In Sachsen stieg die Wahlbeteiligung um fast sechs Prozentpunkte auf 75,4 Prozent. Und bei den Europawahlen im Mai schwoll dieser Wert in Sachsen um 14,4 Prozentpunkte auf 63,6 Prozent an.

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Quelle: n-tv.de

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