Politik

Bayern lädt zum Gipfeltreffen Söder dringt auf Homeoffice-Vorgaben

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Wünscht sich "fundamentale Verbesserungen" beim Homeoffice: Bayerns Ministerpräsident Söder.

(Foto: dpa)

Schulen zu, Kneipen zu, Geschäfte zu - und die Büros? Bayerns Ministerpräsident Söder stört sich an einem zu zaghaften Einsatz von Homeoffice-Lösungen in seinem Bundesland. Der CSU-Mann drängt daher nun auf strengere Vorgaben - und will diese bei einem Spitzentreffen deutlich machen.

Im Kampf gegen das Coronavirus will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Arbeitgeber im Freistaat zu mehr Homeoffice-Möglichkeiten für Beschäftigte drängen, auch mit konkreten Zielvorgaben. Voraussichtlich an diesem Mittwoch wolle er bei einem "Homeoffice-Gipfel" mit Wirtschaft und Gewerkschaften darüber sprechen, kündigte der CSU-Politiker an.

Zunächst einmal müsse man überlegen, wie die Potenziale für Homeoffice, die es gebe, besser ausgeschöpft werden könnten - bislang sei das noch nicht ausreichend der Fall. "Das muss fundamental verbessert werden", verlangte Söder. Wenn das nicht funktioniere, müsse man vielleicht über "andere Maßnahmen" nachdenken. "Im Moment geht es erst einmal darum, noch mal alle Kräfte zu bündeln."

"Wir müssen uns dann auch über Zielmarken noch mal unterhalten, die es für alle einzuhalten gilt", sagte Söder. "Wir brauchen dringend auch beim Homeoffice Zielmarken." Man könne zwar nicht alles ganz einfach über einen Kamm scheren. "Nicht jede Branche ist gleich, nicht jede Tätigkeit ist gleich. Aber die Bereitschaft generell muss deutlich erhöht und verbessert werden", forderte der Ministerpräsident.

Mehr Homeoffice bei Mutation nötig

"Mein Eindruck ist, dass wir fast wieder ein bisschen zurückgefallen sind", sagte Söder. Am Anfang der Pandemie sei es besser gewesen als in der jetzigen Phase. "Und darum kann man das nicht einfach laufen lassen, sondern man muss noch mal in der Frage eine Richtung diskutieren und das auch gemeinsam entscheiden und vorgeben."

Söder warnte eindringlich vor den Folgen, sollte das mutierte Virus, das insbesondere in Großbritannien grassiert, auch hier um sich greifen. "Eines muss uns klar sein: Der jetzige Lockdown ist unter den Bedingungen geschlossen, dass das mutierte Virus nicht stärker bei uns im eigenen Land ist." Ihm mache die Entwicklung in England und Irland große Sorge und er hoffe, "dass wir da verschont bleiben". "Aber man muss der Realität ins Auge sehen: Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch", fügte er hinzu. Deswegen könne es sein, dass man mehr Homeoffice brauche, um in den nächsten Monaten wirtschaftlich aktiv und gleichzeitig vorsichtig und umsichtig zu bleiben.

Vor allem die Grünen hatten zuletzt mehr Homeoffice und eine deutliche Beschränkung bei den Arbeitsplatzkontakten gefordert. Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann hatte bereits am Freitag einen "Homeoffice-Gipfel" und einen "Pakt für Heimarbeit" verlangt.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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