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"Zweite Welle schon fast da" Söder fordert weiteres Rettungspaket

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, mit Mundschutz. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Söder sieht Handlungsbedarf - so will er etwa das Kurzarbeitergeld verlängern.

(Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild)

Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise bereits mehrere milliardenschwere Rettungspakete geschnürt, doch nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Söder reicht es noch nicht. Er fordert mehr.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert wegen der Coronavirus-Krise im Herbst ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau. Zudem solle das Kurzarbeitergeld ausgedehnt werden, sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht.

"Ich plädiere dafür, die Regelungen zum Kurzarbeitergeld bis weit ins nächste Jahr zu verlängern. Das allein hilft aber nicht, wenn es in bestimmten Industriebranchen keine Aufträge mehr gibt. Deshalb müssen wir im Herbst noch einmal für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau ein Paket schnüren." Söder bemängelte, dass die Planung und Umsetzung der Hilfsprogramme in Deutschland zu langsam vorangingen.

"Ganz gleich, ob bei Krediten oder Investitionen: Das deutsche Planungswesen hat nicht die Corona-Geschwindigkeit entwickelt, die wir brauchen. Wir müssen besser und schneller werden." Er sprach sich zugleich gegen weitere Lockerungen der Beschränkungen und für höhere Bußgelder bei Missachtung der Hygiene-Vorschriften aus. "Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt. ... Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen."

"Zweite Infektionswelle praktisch schon da"

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leichtsinniger geworden, kritisierte Söder. "Jeder, der Corona unterschätzt, ist widerlegt worden." Die zweite Infektionswelle sei praktisch schon da. "Sie schleicht durch Deutschland." Fußballspiele mit Zuschauern zu Beginn der neuen Saison lehnte Söder ab. "Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25.000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar. Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde."

Die Deutsche Bahn forderte er auf, dafür zu sorgen, dass die Fahrgäste die Maskenpflicht einhalten. "Wer dagegen verstößt, muss die Konsequenzen tragen. Ich bin hier für höhere Bußgelder." Auch Rückkehrer aus einem Risikogebiet, die sich einem Corona-Test verweigerten, sollten mit einem Bußgeld belegt werden. "Wir müssen die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen."

Quelle: ntv.de, vpe/rts