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Bestätigung als Parteichef Söder gewinnt CSU-Herzen für sich

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CSU-Chef und Ministerpräsident Söder lässt sich nach seiner Rede auf dem Parteitag feiern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Markus Söder überzeugt die CSU von seinem Kurs: Die Partei bestätigt den Nachfolger von Horst Seehofer souverän im Amt. In seiner Rede attackiert der bayerische Ministerpräsident die Grünen und die AfD - und stimmt seine Partei auf mögliche Neuwahlen im Bund ein.

Die CSU hat Markus Söder mit 91,3 Prozent der Stimmen als Parteichef bestätigt. Der 52-Jährige schnitt damit auf dem Parteitag in München besser ab als bei seiner ersten Wahl im Januar. Damals war er mit 87,4 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Horst Seehofer gewählt worden. Söder nahm die Wahl an und bedankte sich für das Vertrauen. "Es ist mir eine große Ehre." Er wolle die Partei nun zusammen mit den Mitgliedern in die Zukunft führen. Ein Ergebnis von mehr als 90 Prozent gilt CSU-intern als Erfolg.

Söder gilt mittlerweile bei der CSU als unangefochten, obwohl er seiner Partei in den vergangenen Monaten viel abverlangt hatte. Vor allem in der Umwelt- und Klimaschutzpolitik brachte er die CSU auf einen grüneren Kurs. Seehofer musste den Parteivorsitz am Jahresanfang nach mehreren schwachen Wahlergebnissen vorzeitig an seinen langjährigen Rivalen abgeben.

In seiner Rede hatte Söder vorher Grüne und AfD attackiert und seine Partei auf eine mögliche Neuwahl im Bund eingestimmt. Das ständige Belehren, das Besserwissen und der Wunsch, Deutschland und Bayern umerziehen zu wollen, diesen Kurs der Grünen teile die CSU nicht, sagte Söder. Den Rechtspopulisten von der AfD sprach er ab, bürgerlich zu sein: "Die AfD ist die neue NPD."

Grüne sind größte Konkurrenz

Die Grünen erklärte Söder zum größten Konkurrenten von CDU und CSU um Platz eins bei den Wählern und im Kampf ums Kanzleramt. Er warf der Partei vor, den Weg der Mitte zu verlassen und wie in alte Zeiten nach links zu gehen. Außerdem erhob er den Vorwurf, die Grünen seien mit der Klimapolitik eine Ein-Themen-Partei.

Die SPD rief der bayerische Ministerpräsident auf, sich endlich für oder gegen den Fortbestand der Großen Koalition auf Bundesebene zu entscheiden. Das ständige Hin und Her müsse rasch ein Ende finden. Deutschland brauche eine stabile Regierung und Europa ein stabiles Deutschland.

Er selbst habe keine Angst vor einer raschen Neuwahl im Bund. Die CSU wolle Stabilität, "aber nicht um jeden Preis", betonte der Parteichef mit Blick auf die anstehende Zwischenbilanz der großen Koalition, die auch mit über den Bestand der Bundesregierung entscheiden soll.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP/dpa

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