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Montag, 13. August 2018

"Umfragen spielen keine Rolle": Söder reagiert gelassen auf CSU-Tief

Historisch schlechte Werte für die Christsozialen in Bayern vor der Landtagswahl? Ministerpräsident Söder gibt sich im Interview mit n-tv entspannt. Die Gelassenheit weicht allerdings bei der Frage nach einem möglichen Bündnis zwischen Union und Linken.

Mit Gelassenheit hat der bayrische Ministerpräsident Markus Söder auf die fallenden Umfragewerte der CSU in Bayern vor der Landtagswahl reagiert. In einer aktuellen Erhebung des Umfrageinstituts Forsa kommen die Christsozialen nur noch auf 37 Prozent. "Das wäre der beste Wert, den eine Volkspartei in Europa überhaupt hat", sagte Söder im Interview mit n-tv. Europaweit sei ein Trend zu beobachten, bei dem das Wahlverhalten immer weiter "zerbrösele".

Außerdem verwies er auf die Entscheidung am Wahltag. "Wenn über 50 Prozent noch unentschlossen sind, sind diese Umfragen ganz interessant, spielen aber keine Rolle", sagte Söder. Im vergangenen Jahr sei die CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer "schon abgeschrieben" gewesen und habe die Wahl im Saarland dann dennoch gewonnen. Die ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sei sich bis zum Wahltag sicher gewesen, zu gewinnen. "Und am Wahltag war es anders", so der bayrische Ministerpräsident.

Die Forderung des schleswig-holsteinischen CDU-Chefs Daniel Günther, die Union solle sich in den östlichen Bundesländern mehr für die Linkspartei öffnen, bezeichnete er als "Schnapsidee". Die Vorstellung, dass die Union, als "Partei der christlichen Mitte" über eine Zusammenarbeit mit den "Erben von Honecker" nachdenke, sei "geradezu absurd".

Auf die Frage, ob die CSU in Zukunft kooperativer und weniger konfrontativ vorgehen werde - anspielend auf den Zwist mit der Schwesterpartei CDU, sagte Söder, dass "Streit auf Dauer nichts nützt". Um Veränderungen herbeizuführen, müsse die Debatte jedoch gelegentlich "leidenschaftlich" geführt werden. Es sei schließlich auch "eine Menge auf den Weg gebracht" worden.

Söder bezeichnete das Thema Migration als eines der nach wie vor "zentralen Themen". Die Balance zwischen den Menschen, die nach Deutschland kämen und "integrationswillig" seien und denjenigen, die sich als Straftäter entpuppten, sei weiterhin sehr wichtig. Zum Fall des mutmaßlichen Leibwächters Osama Bin Ladens, Sami A., sagte er: "Kein Mensch versteht, dass wir das einzige Land der Welt sind, dass per Gerichtsbeschluss einen anerkannten Gefährder zurückholt." Für ihn sei dies ein Indiz dafür, dass im Bereich Flucht und Migration eine "bessere Balance" gefunden werden müsse.

Quelle: n-tv.de