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Messer für "anständige Männer" Söders Vize befürwortet Selbstbewaffnung

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Bayerns Wirtschaftsminister und Vizeministerpräsident Hubert Aiwanger.

(Foto: dpa)

Der Chef der Freien Wähler in Bayern sorgt bei einer Jagdmesse für Aufsehen: Hubert Aiwanger glaubt, Deutschland wäre sicherer, wenn jeder anständige Bürger ein Messer tragen dürfte. Für seine Idee erntet der Stellvertreter von Ministerpräsident Söder Kritik von allen Seiten.

Der bayerische Vizeministerpräsident Hubert Aiwanger hat sich auf einer öffentlichen Veranstaltung in Neuburg an der Donau für die Selbstbewaffnung von Bürgern ausgesprochen. "Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann und jede anständige Frau ein Messer in der Tasche haben dürfte und wir würden die Schwerkriminellen einsperren. Das wäre der richtige Weg", sagte Aiwanger bei den Internationalen Jagd- und Schützentagen.

"Anständige" Männer und Frauen seien eben keine "Leute mit mehreren Straftaten und Körperverletzungsdelikten". Diese sollten sich nicht mehr frei in Deutschland bewegen dürfen.

Das Mitführen von Messern ist in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Bisher ist eine Klingenlänge von zwölf Zentimetern erlaubt. Die Innenministerien in Bremen und Niedersachsen hatten dem Bundesrat bereits ein Messerverbot vorgeschlagen. Klingen von mehr als sechs Zentimeter Länge sollen in der Öffentlichkeit generell verboten werden.

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Für seinen Vorstoß erntete Aiwanger Kritik von allen Seiten. "Seine Empfehlung an die Bayerinnen und Bayern, im Alltag ein Selbstverteidigungsmesser mitzuführen, ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich", sagte die Fraktionschefin der Grünen in Bayern, Katharina Schulze dem Bayerischen Rundfunk. Juso-Chef Kevin Kühnert twitterte sogar im Stil des Aiwanger-Zitats: "Ich bin überzeugt, Bayern und Deutschland wären sicherer, wenn jeder anständige Mann und jede anständige Frau keine Leute wählen würden, die zu Bewaffnung und Selbstjustiz aufrufen", schrieb er.

Selbst die Polizei widersprach dem Stellvertreter von Ministerpräsident Markus Söder. "Es gibt hierzulande überhaupt keinen Grund, bewaffnet zu sein und ein Messer mitzuführen", sagte Rainer Nachtigall, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.

Aiwanger selbst sieht sich nach seinen Worten fehlinterpretiert. Seine Rede sei nicht als Aufruf zur Selbstbewaffnung zu verstehen, sondern solle darauf hinweisen, dass das deutsche Waffenrecht nicht noch weiter verschärft werden solle. Gerade Schützenvereine und Trachtengruppen würde das besonders treffen.

Quelle: n-tv.de, mba

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