Politik

Letztes Bastion in Libyen fällt Soldaten: IS ist aus Sirte vertrieben

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Regierungstreue Truppen im Stadtteil Ghiza Bahriya von Sirte.

(Foto: REUTERS)

Vor einem Jahr bringt die Terrormiliz IS die libysche Küstenstadt Sirte unter ihre Kontrolle. Nun gelingt es regierungstreuen Truppen offenbar, Sirte zurückzuerobern. Von den Soldaten heißt es, Dutzende IS-Kämpfer hätten sich ergeben.

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Die letzte IS-Hochburg in Libyen ist gefallen: Von Sirte bis nach Italien sind es nicht viel mehr als 600 Kilometer übers Meer.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Nach monatelangen Kämpfen haben regierungstreue Milizen die libysche Hafenstadt Sirte nach eigenen Angaben vollständig von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erobert. Die Truppen hätten auch das letzte noch von den Extremisten gehaltene Viertel Sirtes unter Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher der regierungstreuen Truppen. Das Gebiet werde jetzt nach IS-Kämpfern durchsucht, die sich versteckt haben könnten.

Dutzende IS-Kämpfer hätten sich ergeben, hieß es auf der Facebook-Seite der Truppen. Sirte war das letzte größere vom IS kontrollierte Gebiet in Libyen. Die regierungstreuen Truppen hatten im Mai eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt gestartet.

Die Dschihadisten hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und Sirte vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Sirte war lange eine Hochburg der Terrormiliz in Libyen. Zeitweise kontrollierten die Extremisten in dem nordafrikanischen Land ein rund 300 Kilometer langes Gebiet an der Küste des Mittelmeers.

Die Extremistengruppe hatte dabei vom allgemeinen Chaos profitiert, das in Libyen nach dem Sturz und Tod Gaddafis im Herbst 2011 ausbrach. Seitdem versinkt das ölreiche Land in einem Bürgerkrieg. Zudem konkurrieren zwei Regierungen miteinander. Eine von den UN unterstützte Führung in der Hauptstadt Tripolis konnte ihre Macht bisher nur auf Teile des Landes ausdehnen. Das international anerkannte Parlament im ostlibyschen Tobruk verweigerte der Einheitsregierung bisher die Legitimierung. Das Chaos machte sich der IS lange zunutze.

Im Mai begannen regierungstreue Milizen eine Offensive, um den IS zu vertreiben. US-Jets unterstützten die Operation zuletzt mit Luftangriffen. Nach anfänglichen Geländegewinnen verlangsamte sich jedoch der Vormarsch der Angreifer. Häuserkämpfe und Selbstmordattentäter des IS ließen die Zahl der Opfer stark steigen. Insgesamt starben seit Mai mindestens 600 regierungstreue Kämpfer.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP