Politik

Bundeswehreinsatz in Afghanistan Soldaten müssen Linie fliegen - oder US-Jets

117771679.jpg

Der Afghanistan-Einsatz wurde gerade erst wieder um ein weiteres jahr verlängert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wieder Ärger für die Bundeswehr. Einem Medienbericht zufolge können die Soldaten im Moment nicht mit eigenen Transportern nach Afghanistan gelangen. Der Grund liegt aber diesmal nicht am desolaten Zustand der eigenen Flieger.

Die Bundeswehr kann ihre Soldaten derzeit nicht mit eigenen Transportern nach Afghanistan fliegen. Dies berichtet der "Spiegel" und beruft sich auf einen vertraulichen Lagebericht der Truppe. Der Grund für die Probleme ist offenbar die Weigerung Aserbaidschans, der Nato die Überfluggenehmigungen für Truppentransporte aus Europa zu erteilen.

Wie das Blatt berichtet, sind die Versorgungsflüge der Bundeswehr mit eigenen Jets daher bis Ende April "ausgesetzt". Bis dahin müsse Deutschland auf amerikanische Transportflüge mit Maschinen vom Typ C17 zurückgreifen. Die US-Armee fliege mit ihren C17-Truppentransportern eine andere Route nach Europa, deswegen seien die Amerikaner nicht von den Genehmigungen Aserbaidschans betroffen.

Alternativ wird wohl auch geplant, einen Teil der Soldaten auf Linienflüge zu buchen. Die Probleme sind demnach relevant, weil bei der Bundeswehr derzeit das Kontingent ausgetauscht wird.

Ein Flug bereits abgesagt

Normalerweise fliegt die Luftwaffe wöchentlich über Zentralasien nach Masar-e-Scharif in Nordafghanistan, wo die meisten Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Dabei wird meist ein A310 der Luftwaffe eingesetzt. Wegen der Weigerung Aserbaidschans musste dem Bericht zufolge Ende März bereits ein Flug nach Masar-e-Scharif abgesagt werden.

Das zuständige Einsatzführungskommando wollte den Streit mit Aserbaidschan gegenüber dem "Spiegel" nicht im Detail kommentieren. Ein Sprecher bestätigte nur die Probleme bei dem Flug Ende März. Da man immer den Einsatz von US-Jets als Not-Alternative einplane, sei die An- und Abreise der Soldaten sichergestellt.

Gemeinsam mit der Nato erwägt die Bundeswehr nun offenbar, ihre Routen zu ändern. Dafür benötige sie jedoch neue Überfluggenehmigungen. In Afghanistan stellt die Bundeswehr hinter den USA die zweitgrößte Truppe in der Nato-Mission "Resolute Support". Zu den Aufgaben der bis zu 1300 Soldaten gehört vor allem die Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte. Erst im März hatte der Bundestag den Einsatz dort um ein weiteres Jahr verlängert.

Quelle: n-tv.de, ghö

Mehr zum Thema