Politik

Amtshilfe der Bundeswehr Soldaten produzieren Desinfektionsmittel

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Mit entsprechender Schutzausrüstung ausgestattet stellen Soldaten in einer bayerischen Kaserne Desinfektionsmittel her.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

In der Coronavirus-Krise unterstützt die Bundeswehr Länder und Kommunen. Bisher sei dies in 200 Fällen geschehen, sagt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Wobei sich die Art der Einsätze gewandelt habe. Kommende Woche fliegt die Truppe etwa tonnenweise Hilfsgüter aus China ein.

Bei der Bundeswehr sind inzwischen mehr als 450 Anträge auf Amtshilfe wegen der Coronavirus-Krise eingegangen. "Davon sind knapp 200 gebilligt worden", sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem SWR. Das Prozedere der Amtshilfeanträge über die Landesbehörden und die Landeskommandos habe sich sehr eingespielt. Dabei habe sich die Art der Anträge im Verlauf der Krise stark verändert.

"Das war am Anfang natürlich vor allen Dingen die Bitte nach Schutzausstattung und sehr stark auch die Bitte nach Unterstützung mit Sanitätspersonal", sagte die CDU-Chefin. Inzwischen seien die ABC-Abwehreinheiten der Bundeswehr zum Beispiel dabei, Desinfektionsmittel zu produzieren. Außerdem helfe die Bundeswehr in Pflegeheimen oder bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Sie transportiere auch international Patienten.

Eine Besonderheit gebe es im Südwesten des Landes. "Der Schwerpunkt der Hilfe in Baden-Württemberg ist die Unterstützung bei Erstaufnahmestellen", sagte die Ministerin. "Da, wo es darum geht, die Logistik aufrechtzuerhalten und die Versorgung, also ganz bewusst keine hoheitlichen Aufgaben." Für die kommende Woche kündigte Kramp-Karrenbauer an: "Wir werden mit dem größten Flugzeug der Welt, der Antonow, Tonnen von Hilfsgütern aus China hierherbringen." Die Bundeswehr hält für den Einsatz in der Corona-Krise mehr als 32.000 Soldaten zur Unterstützung der Länder und Kommunen bereit.

Kramp-Karrenbauer teilte zudem die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel, die Umsetzung der Öffnungsbeschlüsse von Bund und Ländern der vergangenen Woche erfolge in Teilen zu forsch. "Was mir Sorge bereitet ist, dass die Vereinbarungen, die wir getroffen haben - Bundesregierung mit den Bundesländern - doch zum Teil sehr unterschiedlich ausgelegt worden sind", sagte sie. "Es ist auch für die Bundesländer, die dann vorsichtiger unterwegs sind, immer sehr schwer, auch mit Blick auf die eigene Bevölkerung, eine solche Linie zu halten, wenn es Nachbarn gibt, die das anders tun", beklagte die Ministerin. Sie wünsche sich hier "mehr Gleichmäßigkeit".

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP