Politik

"AKK - bitte nicht!" Soldatinnen gegen weibliche Dienstränge

Vielleicht ist es gut gemeint, doch bei vielen Soldatinnen der Bundeswehr kommen die geplanten weiblichen Dienstgrade anscheinend nicht gut an. Der Bundeswehrverband warnt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer vor einem Ablenkungsmanöver. Die Truppe habe ganz andere Sorgen.

Der Bundeswehrverband lehnt die geplante Einführung von weiblichen Dienstgraden bei der Bundeswehr ab. Die Begründung: Die weiblichen Soldaten der Bundeswehr hielten von der Idee rein gar nichts. Das berichtet der "Spiegel" und zitierte Verbandschef André Wüstner: "Wenn unsere Kameradinnen mehrheitlich Dienstgrade mit einer weiblichen Endung wollten, wäre das sicher eine gute Idee, tatsächlich kennen wir als Verband allerdings fast nur Frauen, die eine solche Änderung ablehnen."

Schützenhilfe bekommt der Verband seit Tagen von Soldatinnen auf Twitter. Unter dem Titel "Wir sind gegen das Dienstgradgendering in der Bundeswehr" veröffentlichten Dutzende ihr Foto im Netz und machten Front gegen die neuen Regeln. "Dienstgrade zu gendern, hat nichts mit Emanzipation zu tun", hieß es auf einem Plakat. Eine andere Soldatin setzte hinzu: "AKK - bitte nicht!"

Zuvor war bekannt geworden, dass im Verteidigungsministerium ein Vorschlag für weibliche Dienstränge in Arbeit ist. Kommende Woche soll Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem sogenannten Tischgespräch in die Vorschläge eingeweiht werden.

Der Bundeswehrverband warnte laut dem Bericht vor einer Debatte, die von den echten Problemen ablenke. Allen Soldaten, männlich wie weiblich, seien zunächst eine moderne Ausrüstung und die Verbesserung der Einsatzbereitschaft wichtig. Das Verteidigungsministerium kritisierte Wüstner scharf. "Wer auch immer im Ministerium jetzt eine solche Gender-Debatte lostritt, erweckt in der Truppe den Eindruck, endgültig jeglichen Bezug zu den von Mangelverwaltung geplagten Soldaten verloren zu haben", sagte der Verbandschef dem Magazin.

Kommt die Brigadegeneralin?

Laut "Welt" segnete die Staatssekretärsebene im Verteidigungsministerium die Pläne zum Gendern von Diensträngen bereits ab. Bislang wird den Dienstgraden von Soldatinnen die Anrede "Frau" vorangestellt. Künftig soll der Dienstgrad dem Vermerk zufolge dann selbst "gegendert" werden - aber mit Ausnahmen. Die Planungen sähen vor, "die Begriffe Hauptmann und Oberst nicht zu gendern". Es soll also keine Hauptfrau und keine Oberstin geben, sehr wohl aber eine Oberstleutnantin oder eine Brigadegeneralin. In einer Übergangsphase von einem Jahr soll es möglich sein, dass "die neuen Dienstbezeichnungen bereits genutzt werden können".

Was Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer über die nun heiß umstrittene Sprachreform bei der Bundeswehr denkt, ist unbekannt. Laut Ministerium ist sie mit den Plänen bisher nicht befasst worden. Die Anregung zum Gendern der Bundeswehrhierarchie sei auch nicht von ihr, sondern vom Bundespräsidenten gekommen, schrieb der "Spiegel". Frank-Walter Steinmeier sei formal für die Dienstgradbezeichnungen zuständig und habe die Neuerung vorgeschlagen, hieß es.

Quelle: ntv.de, mau