Politik

Stichwahl um PräsidentenamtSozialist Seguro steht vor Erfolg in Portugal

08.02.2026, 11:06 Uhr
00:00 / 02:43
A-Portugal-flag-is-displayed-on-a-sunny-day-during-the-nationwide-presidential-elections-in-Lisbon-Portugal-on-January-18-2026-Polling-stations-open-across-Portugal-as-voters-choose-a-new-President-in-a-contest-marked-by-debates-over-housing-urban-planning-migration-and-the-economy
Das neue Staatsoberhaupt tritt sein Amt in einem Monat an. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Rund elf Millionen Portugiesen sind aufgerufen endgültig über ein neues Staatsoberhaupt abzustimmen. In Umfragen liegt der Kandidat der Linken deutlich vorn. Es ist die erste Stichwahl seit Jahrzehnten.

In Portugal hat die zweite Runde der Präsidentschaftswahl begonnen. In der Stichwahl tritt der gemäßigte Sozialist António José Seguro gegen den Rechtspopulisten André Ventura an, wobei Seguro Umfragen zufolge klar vorn liegt. Rund elf Millionen Portugiesinnen und Portugiesen sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Erste Hochrechnungen werden gegen 20.00 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MEZ) erwartet. Überschattet wurde der Wahlkampf von den starken Unwettern in dem Land.

Der 63-jährige Sozialist Seguro war bei der ersten Wahlrunde vor drei Wochen auf rund 31 Prozent der Stimmen gekommen. Von 2011 bis 2014 war er Generalsekretär der Sozialistischen Partei (PS), dessen gemäßigten Flügel er vertritt. Der 43-jährige Rechtspopulist Ventura, der die rechtsaußen stehenden Chega-Partei gegründet hat und leitet, erreichte 23,5 Prozent. In der zweiten Runde werden Ventura kaum Chancen eingeräumt - Seguro liegt der jüngsten Umfrage zufolge mit 67 Prozent klar vorn.

January-16-2026-Porto-Portugal-JosA-Seguro-visits-a-local-vendor-inside-Mercado-do-BolhA-o-Porto-engaging-with-artisans-and-supporters-on-the-final-day-of-his-presidential-campaign
Seguro wird aller Voraussicht nach der nächste portugiesische Präsident. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Die Stichwahl findet statt, während Portugal von schweren Unwettern heimgesucht wird. Dies könnte zu einer niedrigeren Wahlbeteiligung führen. Eine Forderung Venturas, die Wahl wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen zu verschieben, wurde abgelehnt. Nach Angaben der Wahlbehörde des Landes erlaubt das Gesetz keine landesweite Verschiebung des Urnengangs. Trotz einer Verbesserung der Wetterlage in der Nacht zum heutigen Sonntag haben mindestens 14 der am stärksten von Stürmen betroffenen Wahlkreise beschlossen, den Urnengang von fast 32.000 Wählerinnen und Wählern um eine Woche zu verschieben.

Seit 1986 war in Portugal keine Stichwahl zur Wahl des Staatsoberhauptes mehr nötig gewesen. Der Präsident hat in Portugal keine exekutiven Befugnisse, kann aber in Krisenzeiten das Parlament auflösen, Neuwahlen ausrufen oder den Ministerpräsidenten entlassen. Er kann zudem sein Veto gegen Gesetze einlegen. Der Wahlsieger tritt voraussichtlich am 9. März die Nachfolge des 77-jährigen Rebelo de Sousa an, der das EU-Land im Südwesten Europas seit 2016 führt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

PortugalWahlen