Politik

Tempo nimmt zu Spahn: Im Juli sind alle Impfwilligen versorgt

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Für den gesamtgesellschaftlichen Impferfolg ist noch ein bisschen Überzeugungsarbeit vonnöten, glaubt Gesundheitsminister Spahn.

(Foto: dpa)

Noch immer warten viele Deutsche darauf, beim Impfen an der Reihe zu sein. Doch Gesundheitsminister Spahn rechnet schon bald damit, dass sich der Stau der Willigen auflösen wird. Am Ziel wäre die Impfkampagne damit aber noch lange nicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet nun schon im Juli damit, dass alle impfbereiten Deutschen versorgt werden seien. Bei seiner Rede zum Auftakt des Deutschen Ärztetags sagte der CDU-Politiker, die wachsenden Impfstoffmengen machten es uns möglich, "in der ersten Hälfte des Junis die Priorisierung aufzugeben." Die Bundesregierung hatte ein Ende der festgelegten Impf-Reihenfolge mit einem Vorrang für Risikogruppen schon grundsätzlich für Juni in Aussicht gestellt. Es werde aber natürlich auch noch Wartezeiten geben, sagte Spahn.

Der Minister äußerte sich außerdem optimistisch zum generellen Impffortschritt. Es sei "sicherlich im Juli" der Zustand zu erreichen, "wo wir eigentlich alle, die unbedingt wollten, geimpft haben werden". Dann sei es eine gemeinsame Aufgabe, jene zu überzeugen und zu erreichen, die zögerten oder Fragen hätten. Die Bundesregierung hatte zugesichert, allen Bürgern bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen.

Spahn mahnte trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte er. "Die Zahlen sinken, das ist ermutigend." Sie seien aber noch nicht stark genug gesunken. Es sei zu sehen, wie sich das Reduzieren von Kontakten bewähre. Zugleich beginne das Impfen, Schritt für Schritt einen Unterschied zu machen.

Merkel dankt Ärzten und Pflegekräften

Vor Spahn sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie dankte den Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften für ihren "aufopferungsvollen Einsatz" in der Corona-Krise. Sie täten nun auch in dieser dritten Welle tagtäglich alles - bei der Versorgung von Patienten sowie beim Testen und Impfen. Dabei müssten der Staat, die Bürger und die ganze Gesellschaft dem Gesundheitswesen zur Seite stehen, wozu auch die bundesweite Corona-"Notbremse" diene. Sie ziele darauf, die Welle zu brechen und die täglichen Neuinfektionen zu senken, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden.

Es mache Mut, dass die Impfungen als Schlüssel zur Überwindung der Pandemie an Fahrt gewinnen, sagte Merkel. Sie betonte zudem, dass für die wichtige Fachkräftesicherung für gute Bedingungen gesorgt werden müsse, auch für das Pflegepersonal.

Die ersten großen Beratungen der Ärzteschaft seit Beginn der Pandemie finden diesmal online statt, nachdem der Ärztetag im vergangenen Jahr ausgefallen war. Ursprünglich geplant war der Kongress in diesem Jahr in Rostock. Thema der zweitägigen Beratungen sollen auch mögliche Neuregelungen bei der Sterbehilfe in Deutschland sein, dazu ist eine offene Debatte geplant. Das Bundesverfassungsgericht hatte das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe im vergangenen Jahr gekippt.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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