Politik

Lange Wartezeiten vermeiden Spahn: Impfungen in Apotheken denkbar

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Spahn sprach in München beim Deutschen Apothekertag.

(Foto: imago/Emmanuele Contini)

Manchmal sitzen Patienten lange im Wartezimmer, obwohl sie nur eine Impfung benötigen. Bundesgesundheitsminister Spahn bringt nun eine andere Lösung ins Spiel, außerhalb der Arztpraxen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält es für denkbar, dass künftig auch in Apotheken geimpft wird. Das sagte der CDU-Politiker beim Deutschen Apothekertag in München. Angesichts voller Wartezimmer in Praxen sei über Bedingungen, mögliche Bereiche und die Vergütung zu diskutieren. Er sei auch bereit, über Langzeitrezepte für chronisch Kranke zu reden. Auch die Ärzte seien ins Boot zu holen. Spahn bekannte sich zu einer flächendeckenden Versorgung des Landes mit Apotheken.  

Der Minister warb dafür, die Digitalisierung des Gesundheitswesens auch im Arzneimittelgeschäft aktiv zu gestalten, statt sich von außen treiben zu lassen. So würden auch elektronische Rezepte kommen. Mit Blick auf den Online-Versand von Medikamenten wandte sich Spahn gegen ungleiche Wettbewerbsbedingungen. "So, wie es heute ist mit Versandhandel aus dem Ausland, ist es nicht fair."

Spahn ließ offen, ob es zu dem im Koalitionsvertrag angestrebten Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln kommt. "Ich verspreche nichts absolut, von dem ich nicht zu 100 Prozent auch rechtlich sicher bin, dass ich es auch halten kann", sagte Spahn. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es: "Um die Apotheken vor Ort zu stärken, setzen wir uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein."

Die zuständige Arbeitsgruppe in den Koalitionsverhandlungen habe die Formulierung bewusst gewählt, sagte Spahn. Er verwies unter anderem auf europarechtliche Bedenken. "Ich sage Ihnen jetzt nicht, wir verbieten das auf jeden Fall und dann passiert es nicht", sagte er an die Apotheker gerichtet, die sich für ein solches Verbot des Versandhandels starkmachen.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/rts