Politik

CDU-Vize fordert Neustart Spahn: "Wir sind an vielen Stellen zerrissen"

260846908.jpg

Die CDU rappelt sich wieder auf, ist Spahn sich sicher.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Partei hart ins Gericht und beklagt ein "Klima des Misstrauens". Die CDU benötige einen Generationswechsel, um aus der Krise herauszukommen. Er selbst will dabei eine tragende Rolle einnehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht seine Partei in einer tiefen Krise. "Wir sind an vielen Stellen zerrissen", sagte Spahn beim Deutschlandtag der Jungen Union in Münster. "Wir haben an vielen Stellen, und das nicht erst seit ein paar Wochen, ein Klima des Misstrauens, das sich breit gemacht hat, und auch eine Krise des Zusammenhalts."

Die CDU müsse innerparteilich eine "Kultur des Vertrauens" aufbauen, sie müsse mehr inhaltliche Debatten führen und die Mitglieder besser an der Parteiarbeit beteiligen. Die CDU stehe vor einem Wiederaufbauprozess, der nicht in wenigen Monaten abzuschließen sei, sagte Spahn. "Wir müssen uns aus dem Mist wieder herauszuarbeiten", sagte er - und fügte hinzu: "Selbst die SPD hat es geschafft, sich aus all dem herauszuarbeiten."

Kanzlerkandidatur hat "Bruch bedeutet"

So herrsche schon seit längerer Zeit ein spürbares Unbehagen der Mitglieder gegenüber der Parteiführung. "Aber die Entscheidung zur Kanzlerkandidatur, so wie wir sie getroffen haben, die hat für viele den Bruch bedeutet", sagte Spahn. Deswegen sei es richtig und wichtig, dass der gesamte Bundesvorstand den Weg frei gemacht habe für Vorstandsneuwahlen.

Es gebe innerhalb der CDU auch schon seit geraumer Zeit eine Zerrissenheit zwischen West und Ost, sowie zwischen Flügeln und Ansichten. "Die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen und manchmal reden, ist nicht eine Frage der letzten sechs Wochen oder auch nur der letzten sechs Monate", sagte Spahn.

Die neu zu wählende CDU-Führung müsse sich umgehend daran machen, das neue Grundsatzprogramm fertigzustellen; dies müsse binnen zwölf Monaten erledigt sein, forderte Spahn. "Die CDU ist nicht erledigt", sagte er. "Wir rappeln uns wieder auf. Wir starten durch mit einem Projekt 2025." Er selbst wolle dabei eine Rolle spielen: "Ich hab Lust darauf, diese neue CDU zu gestalten", sagte der 41-Jährige. Die Partei müsse nun den Generationswechsel vollziehen: Es sei "die Generation nach Merkel, die jetzt in die Verantwortung muss".

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen