Politik

Geht es doch schneller? Spahn rechnet im Frühjahr mit Impfungen für alle

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Spahn: Impfangebot für alle "wohl im zweiten Quartal".

(Foto: imago images/Jens Schicke)

Noch vor wenigen Wochen stellt Gesundheitsminister Spahn in Aussicht, dass im Sommer allen Impfwilligen ein Angebot gemacht werden könnte. Nun deutet der Ressortchef an, dass es wesentlich schneller gehen könne. Dazu beitragen könnte eine effektivere Nutzung des Biontech-Vakzins.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will allen Interessierten in Deutschland voraussichtlich im Frühjahr eine Impfung gegen das Coronavirus ermöglichen. Während einer außerordentlichen Sitzung der Unionsfraktion zur aktuellen Corona-Situation sagte der CDU-Politiker, dass es "wohl im zweiten Quartal" solch ein Impfangebot geben werde, hieß es aus Unionskreisen. Aus anderen Quellen hieß es: Bis Sommer. Grund für die Hoffnung auf ein schnelleres Impfen sind die Zulassung einer sechsten Dosis des Biontech-Impfstoffs, ein neues Werk, das bereits im Februar seine Arbeit aufnehmen könnte sowie grünes Licht für ein weiteres Vakzin.

Im Dezember hatte Spahn noch gesagt, er erwarte, dass Ende des Sommers rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein könnten. Die Abgeordneten wollen in der Sitzung über den aktuellen Stand der Bekämpfung der Corona-Pandemie debattieren. Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun informierten dazu die Abgeordneten.

In den vergangenen Tagen hat es deutliche Kritik an dem schleppenden Start der Impfkampagne in Deutschland gegeben. Bislang wurden rund 1,34 Millionen Impfdosen ausgeliefert. Ende der Woche werden weitere 760.000 Dosen erwartet. Bis Ende Januar sollen laut Bundesgesundheitsministerium vier Millionen und rund elf Millionen bis Ende des ersten Quartals hinzukommen. Zuvor hatte die Regierung die Impfstrategie gegen die massive Kritik verteidigt.

Grünes Licht für die sechste Spritze

Zur Beschleunigung beitragen könnte eine bessere Nutzung des vorhandenen Impfstoffs. So erwartet das Paul-Ehrlich-Institut spätestens für den morgigen Dienstag eine Zustimmung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zur Entnahme von sechs anstatt der aktuell erlaubten fünf Impfdosen aus einem Fläschchen der gemeinsamen Corona-Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer. Damit würden 20 Prozent mehr an Impfdosen zur Verfügung stehen, sagte Institutschef Klaus Cichutek dem Fernsehsender Welt.

Das Bundesgesundheitsministerium habe in Zusammenarbeit mit seinem Institut darauf hingewiesen, dass bei Verwendung bestimmter Spritzen und Kanülen die Entnahme von sechs Impfdosen möglich sei. Man habe auf Biontech und Pfizer hingewirkt, dass eine Änderung der Zulassung in dieser Hinsicht bei der EMA beantragt werde.

"Das ist erfolgt. Ich rechne eigentlich heute oder morgen damit, dass eine entsprechende Entscheidung durch den Ausschuss für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur, in dem wir als das Paul-Ehrlich-Institut vertreten sind, erfolgen wird", so Cichutek.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts

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